Gödeckes Woche

Wochenbericht vom 26. Juli bis 8. August 2010

Jawohl Sie haben richtig gelesen. Der heutige Wochenbericht umfasst gleich zwei Wochen. Warum? Der Wochenbericht am letzten Sonntagabend ist ausgefallen, weil mich eine Sommergrippe – kam aus dem Nichts wie angeflogen – derbe erwischt hatte. Zu allem Überfluss hatte ich nicht nur die typischen, unangenehmen Grippesymptome, sondern auch Migräne, Übelkeit und Magenprobleme. Nein, trotz lediglich vier Zwiebäcken am Sonntagabend – nicht einmal Wasser ist tagsüber freiwillig im Magen geblieben – und genauso wenig am Montag, habe ich kein Gramm weniger auf die Waage gebracht. Allerdings ging es mir so schlecht, und ich neige an dieser Stelle nicht zu Übertreibungen, dass ich nicht in der Lage war, den Wochenbericht zu schreiben. Deshalb ein kurzer, stichwortartiger Rückblick auf zwei Wochen.

Da wir in diesem Sommer aus verschiedenen Gründen wieder keinen „richtigen“ Urlaub geplant haben, konnte ich in meinen beiden Wochen Urlaub viele Dinge erledigen, die seit Wochen und fast schon Monaten bei uns zu Hause liegen bleiben mussten. Gut so, denn irgendwann muss ja auch mal Zeit für solche Dinge sein.

Aber auch in sitzungsfreier und „politikarmer“ Zeit gibt es Termine, die mit dem Mandat, dem neuen Amt oder der Parteiarbeit zusammenhängen. Meine allerersten ganz offiziellen Auftritte als Vizepräsidentin habe ich in Bielefeld beim Empfang der Stadt Bielefeld und dem Land NRW anlässlich der U-20-Frauenfussball-Weltmeisterschaft absolviert. Der Termin war schön, toll war, dass Heinz-Martin mit dabei sein konnte, von mir wurde nichts erwartet, so dass ich einen entspannten Abend mit vielen interessanten Eindrücken erleben durfte. Das Endspiel – herzlichen, herzlichen Glückwunsch an die tolle deutsche Elf – habe ich dann im abgedunkelten Schlafzimmer, mit Eisbeutel auf dem Köpf und der Spucktüte neben mir – leider nicht live verfolgen können. Blöde Erkältung!

Mein zweiter Auftritt als Vizepräsidentin war ganz anders. Am Montagabend habe ich gemeinsam mit Herrn Professor Dr. Blätte die dritte NRW Summer School im Landtag eröffnen dürfen. Zum ersten Mal habe ich mit einer Rede, die für mich vorbereitet wurde – herzlichen Dank an Herrn Wuwer – gearbeitet. Also Premiere in doppelter Hinsicht. Ich weiß, dass ich meine Sache gut gemacht habe. Und ich weiß jetzt auch, dass vorbereitete Reden ein guter roter Faden sein können, um den herum man sein „eigenes Garn“ spinnt. So habe ich das nämlich gemacht. Das Grußwort ist dadurch erheblich länger geworden als ursprünglich vorgesehen. Ja, daran muss ich noch arbeiten. Aber das Grußwort war damit vor allem mein Grußwort, und das ist auf jeden Fall sehr wichtig.

Die Summer School ist eine Seminarwoche der NRW School of Governance an der Universität Duisburg-Essen und hatte in diesem Jahr das Motto „Politische Sprache und politische Rede“. Besonders spannend war meine Unterhaltung mit Dr. Erhard Eppler, der als besonderer Gast eingeladen war. Er ist im persönlichen Umgang genauso nett und unkompliziert wie ich ihn auf Parteitagen und Parteiveranstaltungen wahrgenommen habe. Er war sehr gut über die „neuen“ Verhältnisse in NRW informiert und hat mir Grüße für Hannelore Kraft aufgetragen.

Aber es gab noch eine ganze Reihe anderer Termine, bei denen meine Gesprächspartner mit erkennbarer Freude nicht mich, sondern die Vizepräsidentin begrüßt haben. Auch wenn es für mich selbst nicht ganz so besonders ist, für viele Menschen, mit denen ich zu tun habe, ist der Titel richtig spannend und wichtig. Und vielleicht sollte ich mir langsam doch klar machen, dass es etwas Schönes und Einmaliges ist, nach zehn Jahren Parlamentarischer Geschäftsführung nun die Vizepräsidentin des Landes NRW zu sein.

Nur meine Mama vergisst immer, was ich jetzt bin. Meine Mutter ist jetzt schon fast vier Wochen in der Kurzzeitpflege und wir merken, dass es ihr dort nicht nur gut geht, sondern auch relativ gut gefällt. Ganz langsam merkt sie, dass es besser geht als alleine zu hause. Denn die beste ambulante Pflege und engmaschige Betreuung kann, wenn die kognitiven Fähigkeiten und die körperlichen Kräfte gleichzeitig weniger werden und es unverantwortbar wird, jemanden alleine zu Hause zu lassen, die Ruhe und Sicherheit, die mit einer stationären Unterbringung verbunden sind, nicht ersetzen. Mittlerweile weiß ich sehr genau, wovon ich rede. Seit dem meine Mutter im Katharina-von-Bora-Haus ist, bin ich ruhiger geworden und kann wieder durchschlafen. Und wir haben uns das erste Mal seit zwei Jahren „getraut“, vier Tage wegzufahren. Wir waren nämlich in der letzten Woche in Hamburg. Ohne Sorge, dass mit Johanna was schief läuft, und mit großer Gelassenheit. Es waren wunderschöne Tage und haben uns gut getan.

Gut tun werden uns hoffentlich auch die nächsten Wochen, in denen wir noch etwas „Urlaub“ zu Hause haben (also weiterhin Sachen erledigen, die liegen geblieben sind), weniger Parteitermine und damit auch etwas weniger Arbeit, und in denen wir noch ein bisschen was unternehmen wollen. Deshalb verabschiede ich mich jetzt erst einmal von Ihnen und den Wochenberichten und werde mich zum Ende der nordrhein-westfälischen Sommerferien wieder melden, dann gibt es sicherlich auch wieder viel zu berichten. In diesem Sinne: alles Gute, eine schöne Zeit und vor allem gute Laune bei hoffentlich schönem Wetter.


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