Klausurtagung, Konzert in Herford, Familie in Oldenburg besucht, Koalitionsvertrag und der Kanzler der Einheit – mein Wochenbericht mit 9 Fotos

Eine wunderbare Idee, wie man alte Autoreifen neu verwenden kann. Gesehen in Oldenburg, mitten in der Innenstadt.

Das hatten sich CDU und FDP sicherlich auch etwas anders vorgestellt. Eigentlich sollte es die Woche des Koalitionsvertrages werden. Nachdem sie sehr rasch, offensichtlich recht konfliktfrei – die Frage stellt sich aber dennoch, ob mögliche Konflikte vielleicht einfach mit wohlfeil klingenden Formelkompromissen überdeckt wurden – die Koalitionsverhandlungen beendet hatten, haben sie am Freitag der Presse ihren Koalitionsvertrag vorgestellt. Sicherlich ein strategisch bewusst gewählter Zeitpunkt, um auf jeden Fall die Schlagzeilen des Wochenendes in NRW zu bestimmen.

Doch dann kam es etwas anders. Am Freitagnachmittag verbreitete sich nämlich die Nachricht, dass Altkanzler Helmut Kohl am selben Morgen in Ludwigshafen gestorben ist. Eine Nachricht, die einfach innehalten ließ.

Auch wenn ich Helmut Kohl nie persönlich getroffen habe, so war er doch auch für mich und mein politisches Engagement bestimmend. Der erste Kanzler, der 16 Jahre regierte, der damit für eine ganze Generation mehr als prägend war. Der Kanzler, der lange Zeit der politische Ziehvater von Angela Merkel war, und dann durch Gerhard Schröder im September 1998 abgelöst wurde.

Erinnerungen an das Misstrauensvotum, mit dem er zum Kanzler gewählt wurde, der später folgende sehr kalte Winterwahlkampf, seine große Versöhnungsgeste mit Francois Mitterand in Verdun, natürlich die Öffnung der Mauer und die deutsche Einheit, und vieles, vieles mehr, werden bei der Nachricht von seinem Tod geweckt. Ja, Helmut Kohl war ein großer Europäer und ein Kanzler, der Geschichte geschrieben hat. Deutschland hat ihm viel zu verdanken, und Europa tut gut daran, einen europäischen Staatsakt zu planen. Der Landtag gedenkt Helmut Kohl in großer Dankbarkeit und Würdigung seiner politischen Lebensleistung.

Heinz-Martin und ich waren übrigens am Freitag  in Oldenburg, endlich wieder einmal die Familie besuchen. Unsere Enkelkinder (Bianca 10, Brian 8, Emily 5 und Thaisen knapp 2 Jahre alt) haben nicht gewusst, dass Opa und Oma kommen werden, und waren entsprechend überrascht. Natürlich haben sie sich riesig gefreut. Endlich wieder einmal etwas Zeit mit Oma und Opa verbringen, für Kinder immer eine großartige Sache.

Ich zeige ja (fast) nie Fotos unserer Enkelkinder, deshalb gibt es auch heute nur „besondere“ Fotos. Aber, sie werden euch bestimmt gefallen. Da bin ich sicher. Bianca ist unser mehrfach behindertes Enkelkind. Ihre Hand nun schon 10 Jahre halten zu können, ist ein wahres Geschenk.

Am Tag zuvor, an Fronleichnam waren wir beim Land Luft Konzert in Herford, genauer auf dem Hof von Laer. Witzig ist daran, dass wir in Bochum im Stadtteil Bochum-Laer wohnen. Nur, dass sich der Hof von Laer mit dem westfälischen Dehnung-E spricht, also „Laar“ ausgesprochen wird. Unser Stadtteil hier in Bochum aber „Lär“ heißt.

Das Freiluft-Konzert des Nordwestdeutschen Philharmonie vereinigt seit einigen Jahren Klassisches und Kulinarisches, und freut sich Jahr für Jahr über steigende Besucherzahlen. In diesem Jahr sollen mehr als 1.200 Menschen gekommen sein. Wir waren zum ersten Mal dabei, aber bestimmt nicht zum letzten Mal. Vielen Dank an Horst Laffontien, dass er uns davon erzählt und dann auch dafür gesorgt hat, dass wir auch wirklich kommen. Es war einfach große Klasse und hat uns ausgesprochen gut gefallen.

Alles fingt so toll an, die Stimmung war schon Stunden vorher bestens, Sonne satt, bis dann „pünktlich“ zum Beginn des Konzertes, also um 18 Uhr der erste Regen einsetzte. Aus Tropfen wurden Schauer, dann hieß es Schirm auf, kurz darauf wieder Schirm zu, als es viel mehr wurde, wurden erst einmal Regencapes verteilt. Dann aber wurde der Regen stärker und stärker, die Verantwortlichen berieten, ob die Streichinstrumente das alles wohl aushalten würden, es wurde entschieden, dass – solange es geht und ohne Pause – weiter gespielt wird. Gesagt, getan, und dann … ging das Gewitter los. Damit musste das wunderbare Konzert dann leider doch abgebrochen werden. Die Sicherheit ging einfach vor. Was aber alle Besucher verstanden haben. Trotz Enttäuschung gab es überall einhelliges Verständnis für diese richtige Entscheidung .

Wer sich jetzt wundert, dass mein Wochenbericht nicht mehr Politisches enthält, den „vertröste“ ich gerne auf später. Denn interne Sitzungen, wie die Klausurtagung des Fraktionsvorstandes der SPD-Landtagsfraktion, sind absolut wichtig und notwendig, aber dennoch nicht wirklich etwas für diesen Bericht. Und ohne gewählten Ministerpräsidenten und seine Regierung, ohne Ausschüsse und Parlamentssitzungen, fehlt eben auch ein wenig der „politisch-parlamentarische“ Stoff für den Wochenrückblick. Aber, spätestens nach den Sommerferien wird es wieder mehr Politik geben. Versprochen!

Was aber bereits definitiv feststeht, ist mein neues Büroteam. Und gerne stelle ich es auch im Bild vor. Svenja, Jan und Max – das sind die Ansprechpartner für den Wahlkreis und das Büro der 1. Vizepräsidentin.