Plenarsitzung, Besuchergruppen, Vorlesetag, Volkstrauertag, Urbanatix – eine Woche voller Gegensätze, politischen Entscheidungen, Begegnungen und Netzwerkarbeit – aber vor allem in 3-6-6-6 Bildern

Neben allen schönen und wichtigen Ereignissen außerhalb und innerhalb des Landtags, fand mein persönlich wichtigster Moment am letzten Plenartag, am Freitag unter Tagesordnungspunkt fünf im Plenarsaal statt. Das erste Mal seit vielen Jahren durfte ich wieder mit einer Rede zur fachpolitischen Debatte beitragen. Wenn man will, war auch das so eine Art „Jungfernrede“. Und ob ihr es glaubt oder nicht, ein ganz klein wenig habe ich mich sogar so gefühlt wie all die neuen Kolleginnen und Kollegen. Und das, obwohl ich doch zig mal am Redepult gestanden und sogar schon vor viel, viel mehr Menschen gesprochen habe. Aber jede Situation ist eben anders.

Ansonsten hat die Plenarwoche für heftige Redesituation, manchen Schlagabtausch und den ein oder anderen echten, gespielten, berechtigten Aufreger gesorgt. Haushalt, mittelfristige Finanzplanung, die Berufung von Friedrich Merz zum Brexit-Beauftragten, Schulsozialarbeit aus einem Guss, das so genannte Entfesselungspaket, das Kita-Rettungspaket …. und eben die Zukunft der Sekundarschule vor allem im ländlichen Raum – mein Einsatz. Vieles kann man nachlesen, sich im Videostream ansehen, die Kommentierungen in den Medien auf sich wirken lassen. Daher brauche ich das hier nicht zu wiederholen.

Aber eins ist mir wichtig: auch wenn – oder vielleicht sogar weil – wir Sozialdemokraten die Landtagswahl verloren haben, sind wir nicht verpflichtet 100 Jahre in Sack und Asche zu gehen und uns aus den politischen Debatten heraus zu halten. Ganz im Gegenteil. Und die regierungstragenden Fraktionen sollten sich mal einig werden, was wir denn ihrer Meinung nach tun sollten. Denn ohne Probleme werden wir in der selben Debatte erst aufgefordert, Verantwortung zu übernehmen und uns einzubringen, um dann unmittelbar im nächsten Moment aufgefordert zu werden, uns herauszuhalten und so Verantwortung zu übernehmen. Tja. So ist das eben.

Aber, das ist ja eigentlich nicht unser Problem, sondern das der regierungstragenden Fraktionen. Wir Sozialdemokraten analysieren, benennen unsere Versäumnisse, vielleicht sogar Fehlentscheidungen, formulieren Ziele, besinnen uns, und fordern natürlich diejenigen zum Handeln auf, die jetzt die vom Wähler übertragene Zuständigkeit und Verantwortung tragen. Das bedeutet nämlich der Wählerauftrag, der uns drei Mandate weniger als der CDU zugewiesen hat. Größer ist der Abstand nämlich nicht.

Gleich zwei Besuchergruppen hatten sich in der letzten Woche aus Bochum auf den Weg nach Düsseldorf gemacht. Zum einen eine Gruppe, die im Bereich der politischen Bildung der VHS Bochum von der Möglichkeit, den Landtag zu besuchen, gehört und Gebrauch gemacht hat. Eine Zusammenarbeit mit der VHS, die wir jetzt schon seit vielen Jahren pflegen. Und immer wieder sind es interessante und spannende Begegnungen und Treffen.

Etwas beschwerlicher war der Besuch, und deshalb um so wertvoller und wichtiger für Serdar Yüksel und mich, der zweiten Gruppe. Einige Seniorinnen und Senioren des St.-Marienstifts aus der Bochumer Innenstadt, hatten uns und unsere Gegeneinladung in den Landtag beim Wort genommen, und uns jetzt an einem Plenartag besucht. Danke, dass wir diese besondere Besuchergruppe empfangen durften. Ein weiterer Besuch unsererseits in Bochum ist auch schon wieder festeingeplant. Da entwickelt sich offensichtlich eine Freundschaft.

Außerdem ist noch zu berichten, dass der Jugendring seine verlorene Wette im Rahmen des Wahlkampfes eingelöst hat. Alles rund um die Wette, es ging um Besuche, Gespräche, das Mitmachen und ganz allgemein das Interesse der Abgeordneten für die konkrete Juegndarbeit vor Ort, kann man hier noch mal nachlesen. Serdar und ich waren – einige werden sich vielleicht erinnern – damals bei den Pfadfindern und haben so ein wenig dazu beigetragen, dass der Landtag die Wette gewonnen hat.

Aber jetzt erst einmal weg vom Landtag und den Sitzungen im Landtag, hin zu anderen Begegnungen und Veranstaltungen.

Da war zum Beispiel der Begegnungsabend der NRW Bank, zu dem zwar alle Abgeordneten eingeladen, aber nur überschaubar Viele gekommen waren. Seltsam, denn die NRW Bank ist ja die Förderbank des Landes. Und alle Abgeordneten haben, mal mehr, mal weniger für ihre Städte mit der Bank zu tun.  Dieser Abend war zudem ausdrücklich geplant, damit gerade die neuen Kolleginnen und Kollegen die Arbeitsfelder, die Möglichkeiten und Aktivitäten, und natürlich auch die Ansprechpartner der NRW Bank kennen lernen können. Gerne will ich daran erinnern, dass das Programm „Gute Schule 2020“ aus unserer Regierungszeit, das übrigens von der CDU-FDP-Regierung fortgesetzt und jetzt sogar positiv hervorgehoben wird, ohne die NRW Bank gar nicht möglich gewesen wäre. Also schade, dass nicht mehr Kolleginnen und Kollegen kommen konnten.

Ein Begegnungsabend der ganz anderen Art war der Festabend der Düsseldorfer Jonges, auf dem die Jan Wellem Medaille – die höchste Auszeichnung der Jonges – an Professor Dr. Ulrich Lehner, den früheren Präsidenten der Industrie- und Handelskammer Düsseldorf verliehen wurde. Als gute Freundin der Jonges, so hat mich der Bas (Präsident der Jonges) Wolfgang Rolshoven bei der Begrüßung bezeichnet, war es mir eine große Freude und Ehre, eingeladen worden zu sein. Frauen sind in diesem reinen Männerverein nämlich nur hin und wieder, und immer nur auf besondere Einladung zugelassen. Danke, dass ich dazu gehören darf.

Dass ich kurzerhand wegen des Plenums den Vorlesetag von Freitag auf Dienstag vorverlegt hatte, wisst ihr ja bereits. Aber dennoch darf diese tolle Aktion natürlich in meinem Wochenrückblick nicht fehlen. Wenigstens noch mal mit Bildern will ich wiederholen, dass die Wackelzähne der Unikids wirklich lange zugehört und toll mitgemacht haben .

Am Samstag war die Stadt Korschenbroich Gastgeberin der Landesfeier zum Volkstrauertag. Es ist immer wieder erstaunlich, mit welcher Empathie, welchem aufrüttelnden Verständnis, und mit welch außergewöhnlichen Beiträgen gerade die Schülerinnen und Schüler sich in die Gestaltung des Gedenkens einbringen. Herzlichen Dank an die Geschichtswerkstatt der Realschule Korschenbroich. Aber auch an die Orchestergemeinschaft und den Männergesangsverein Arion Pesch. Oliver Keymis und ich haben auch in diesem Jahr wieder teilgenommen. Der Volkstrauertag ist uns aber schon seit vielen Jahren ein wichtiges Anliegen. In Korschenbroich bei der Landesfeier, oder auch vor Ort, eben bei uns zu Hause.

Am Sonntag war ich in Bochum, bei der Gedenkveranstaltung, die der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge diesmal in und mit „meiner“ alten Schule, der Hildegardisschule, durchgeführt hat. Die Schülerinnen und Schüler des extra gegründeten Projektkurses Geschichte haben sich das Thema „Zwangsarbeiter in Bochum“ ausgesucht, und in relativ kurzer Zeit wirklich extrem beeindruckende Recherchen und Bearbeitungen angestellt. Ihre Beiträge zum diesjährigen Gedenktag waren mehr als eindrucksvoll. Und das wirklich Einmalige ist, dass sie ihr Engagement über den Tag hinweg fortsetzen werden. Sie werden sich nämlich ab sofort um die Gräberfelder der Zwangsarbeiter auf dem Blumenfriedhof kümmern. Einen Apfelbaum haben sie bereits gepflanzt und damit den Anfang gemacht.

Als letztes zeige ich ein paar Fotos der diesjährigen Urbanatix-Show. Sie ist einfach …. fast fehlen mir die Worte. Sie ist grandios! Sie ist mega! Sie übertrifft alles, was Christian Eggert bisher auf die Bühne gebracht hat. Unbedingt hingehen! Unbedingt ansehen! Ich garantiere: es lohnt sich. Aber, ihr müsst euch beeilen. Urbanatix kann man ja immer nur für ein paar Tage sehen. In diesem Jahr noch bis zum 28. November. Also, los geht`s.