Ein Kleiner Engel, eine Barbarafeier, der Nikolaus zu Besuch, eine Verabschiedung und die Einweihung des neuen Tumorzentrums in Bochum-Langendreer – eine besondere Woche im Advent

Kleiner Engel, rette mich … das ist nicht etwa mein persönlicher Stoßseufzer in der manchmal doch stressigen Adventszeit. Nein, so lautet der Titel und zugleich die Botschaft einer wunderschönen Aufführung in der Pauluskirche, bei uns in Bochum-Langendreer. Kleiner Engel? Wenn es jetzt bei dem ein oder anderen rattert, ist das wirklich kein Wunder, denn genau vor einem Jahr habe ich bereits schon einmal vom Kleinen Engel berichtet.

Den Kleinen Engel gibt es seit dem Advent 2009, als Michael Wurst – Sänger, Songwriter, Autor, Texter und Stadionsprecher in Bochum (!) – die einzigartige Idee hatte, eine berührende Weihnachtsgeschichte zu schreiben, zu vertonen, mit bekannten Hits und Weihnachtsliedern zu begleiten, und die Aufführung in einer Kirche zu inszenieren. Es dauerte wahrscheinlich nur eine Millisekunde, seine Band – die Tweens – und seinen Freund und Co-Stadionsprecher, den Radio Bochum Moderator Ansgar Borgmann mit ins neue „Engels-Boot“ zu holen. Seit diesem Zeitpunkt gibt es also den Kleinen Engel. Eine Geschichte rund um die Familie Berger, ihre Tochter Lisa, und deren Tochter Josy. Aber vor allem sind es Geschichten rund um den kleinen Engel Rudy und seine Engelsfreunde, Oma Anne, Bertram und Bud. Und natürlich Geschichten rund um die eigentliche Bedeutung des Weihnachtsfestes.

Von Jahr zu Jahr ist in Bochum die Fangemeinde gewachsen. Kein Wunder, denn Michael Wurst hat eine weihnachtliche Fortsetzungsgeschichte der ganz besonderen Art erfunden. Das, was den Kleinen Engel ausmacht, kann man nicht beschreiben, man muss es einfach erlebt haben. Vielleicht nur so viel: alles, aber wirklich alles gehört zusammen, die Atmosphäre, das Licht, das mitsingende Publikum, die Auswahl der Lieder, die markante Stimme von Ansgar Borgmann, der die Geschichte wunderschön lesend erzählt … eben einfach alles! In diesem Jahr gibt es insgesamt vier Aufführungen, zwei in Langendreer und zwei in Linden, und wer immer gerne einmal dabei sein möchte, muss sich (fast) schon wieder bis zum nächsten Jahr gedulden. Die Aufführungen sind nämlich seit längerem ausverkauft. Und das völlig zu Recht. Nur in Linden kann man mit viel Glück noch eine Restkarte ergattern.

Der Advent macht sich aber auch an anderen Stellen wunderbar bemerkbar. Zum einen mit dem Schnee, der in der Nacht von Freitag auf Samstag gefallen ist und einige Bochumer sogar in Unfälle verwickelt hat. Traurig, aber Schnee gehört nun einmal zum Advent dazu.

Zum anderen, und viel schöner und erfreulicher, begrüßt uns der Advent mit der stimmungsvollen Barbarafeier der Feuerwehr in Bochum. Übrigens die erste Barbarafeier, die der neue Feuerwehrchef, Simon Heußen, ausgerichtet hat. Die Hauptfeuerwache war weihnachtlich geschmückt, und dadurch kaum wiederzuerkennen. Wer die Geschichte der heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute und Feuerwehrmänner nicht kennt, kann sich ja bei Wikipedia noch einmal informieren. Aber die Barbarazweige, die am 4. Dezember geschnitten werden, damit sie an Weihnachten blühen, die kennen sicherlich viele. Und genau diese Geschichte wird auch jedes Jahr vorgetragen. Tradition muss – bei aller Veränderung und Erneuerung – doch sein, gerade bei uns im Ruhrgebiet. Zumal ja das Geschichten-Vorlesen immer berührend ist, nicht nur zur Weihnachtszeit.

Und was, oder besser wer, gehört noch in die Adventszeit? Natürlich der Nikolaus. Wie schon seit vielen, vielen Jahren, hat er auch in diesem Jahr den Landtag NRW besucht. Begleitet haben ihn aber nicht etwas Knecht Ruprecht und das Christkind, sondern Mitglieder des Bundes Deutscher Katholischer Jugend (BDKJ) und der Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Jugend (AEJ). Der Nikolaus hatte fair gehandelte Schoko-Nikoläuse dabei, nette Worte und Ermahnungen gleichermaßen, und seine jugendlichen Begleiter haben die Abgeordneten zusätzlich über Fairtrade und Nachhaltigkeit informiert. Gut so! Zumal alle großen Spaß hatten. Ehrensache, dass ich den Nikolaus im Haus begrüßt habe.

Ihr merkt schon, ich war in dieser Woche in Düsseldorf und Bochum. Also nicht etwa auf dem wichtigen Bundesparteitag meiner SPD. Aber, so oft es ging habe ich natürlich reingeschaut. Der TV-und Netzberichterstattung sei Dank.

In meinem Wahlkreis wurde am Freitag das neue Tumorzentrum des Knappschaftskrankenhauses in Langendreer eingeweiht. Ein Zentrum, das bislang einzigartig ist, und weit über Bochum hinaus bekannt werden wird. Da bin ich ganz sicher. Auch wenn noch nicht alles ganz fertig ist, spätestens im Januar kann den ersten Patienten im Zentrum geholfen werden. Den roten Teppich hatten die Knappschaftschefin, Bettina am Orde, und der Geschäftsführer des KKH ausrollen lassen. Bei der Schere und dem Band, das durchschnitten wurde, haben sie allerdings selbst zur Schere gegriffen.

Wer Neues begrüßen und einweihen, darf, muss manchmal auch „Auf Wiedersehen“ sagen. Das erfolgte dann am Freitag in den Rheinterrassen in Düsseldorf. Der DGB NRW hat nämlich auf seiner Bezirkskonferenz Anja Weber zur neuen DGB-Vorsitzenden gewählt. Sie tritt damit die Nachfolge von Andreas Meyer-Lauber an, dessen Abschied – so sehr wir alle auch wussten, dass der Tag irgendwann kommen wird – schon eine Zäsur darstellt. Kein Wunder also, dass der stimmungsvolle Winterabend, zu dem der DGB eingeladen hatte, proppenvoll und gut besucht war, und dass neben aller Launigkeit auch ein wenig Wehmut mitschwang. Neben den Teilnehmern der Konferenz haben ganz viele Weggefährten, Freunde und Vertreter des gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Lebens in Nordrhein-Westfalen ihrem Andreas Auf Wiedersehen gesagt.

Ich selbst habe in meinen unterschiedlichen parlamentarischen Funktionen und Aufgaben lange, gut und sehr vertrauensvoll mit Andreas Meyer-Lauber zusammen gearbeitet. Dass ich aber auch seine beiden unmittelbaren Vorgänger aus der praktischen und politischen Arbeit persönlich kenne, Walter Haas und Guntram Schneider waren selbstverständlich auch da, macht schon deutlich: ich bin eigentlich doch schon ganz schön alt! 🙂 🙂

Am Sonntagnachmittag, also jetzt gleich – denn gerade sitze ich noch am PC und schreibe den Text, suche die Bilder aus, stelle alles ins Netz –  mache ich mich auf den Weg nach Wuppertal. Dort hat die Jüdische Gemeinde eingeladen, gemeinsam mit ihr das 15-jährige Bestehen ihrer neuen Synagoge zu feiern. Ein schöner und wirklich wichtiger Grund, am zweiten Adventssonntag nach Wuppertal zu fahren. Über die Feier, die Reden und alles, was wichtig ist, werde ich später auf Facebook und natürlich nächste Woche dann im Wochenrückblick berichten. Denn nach dem Besuch in Wuppertal steht noch einmal Bochum – aber diesmal ganz privat, nämlich der Besuch unseres Weihnachtsmarktes – auf dem Plan. Hoffentlich macht der gerade wieder einsetzende Schneefall uns keinen Strich durch die „Weihnachtsmarkt-Rechnung“.