Bald schon ist Weihnachten. Doch zuvor: mein vorletzter Wochenrückblick in diesem Jahr.

Die vorletzte Sitzungswoche im Landtag: da wundert es Niemanden, dass wir jede Menge Besprechungen, Ausschuss-, Gremien- und Fraktionssitzungen hatten. Denn schließlich muss doch am kommenden Mittwoch und am Donnerstag der Landeshaushalt in Zweiter Lesung beraten werden. Die Zweite Lesung, also Beratung der Einzelpläne ist bislang immer die „große Stunde“ der Fachpolitiker gewesen. Damit ist klar, diese besonderen Plenartage müssen in den Fachausschüssen gut vorbereitet werden. So war es jedenfalls bislang. Und die frühere Opposition hat – völlig zu Recht – immer sorgsam auf ihr wichtigstes Parlamentsrecht, das Budgetrecht des Parlaments, geachtet.

Allerdings muss man den Eindruck gewinnen, dass das jetzt ein wenig anders gesehen wird. Denn, so ungewöhnlich knapp und zeitlich gerafft wie diesmal der Landeshaushalt beraten wird – übrigens zu Lasten der sorgfältigen Beratung und damit zu Lasten aller Oppositionsfraktionen – spielen die Fachausschüsse leider eine eher untergeordnete Rolle. Was fachlich-inhaltlich wirklich nicht angemessen und nicht gut ist. Von der Frage des Kontroll- und Budgetrechts des Parlaments einmal abgesehen. Die Rolle unseres Haushalts- und Finanzauschusses wird dadurch – ganz zwangsläufig – immer bedeutender, ohne dass wir aber das Beratungsverfahren reflektiert verändert hätten.

Noch ungewöhnlicher, eine andere Art der Kommentierung vermeide ich (noch), ist es allerdings, dass die Opposition vieles (manchmal hat man den berechtigten Eindruck viel zu viel) erstmalig aus den Medien erfährt. Offensichtlich misst die Landesregierung dem parlamentarischen Informationsweg nicht mehr all zu viel Bedeutung zu. Wenn dann aber auch noch von Transparenz, schneller Information der Öffentlichkeit oder Ähnlichem die Rede ist, fühlt man sich schon etwas veralbert. Denn dabei wird immer auch ein bestimmtest Parlamentsverständnis deutlich. Ob man will, oder nicht.

Statt also über meine Ausschusssitzungen zu berichten, will ich viel lieber über die wunderbare Tradition berichten, dass wir im Landtag gemeinsam mit der jüdischen Gemeinde Düsseldorf, den jüdischen Landesverbänden und allen, die sich eingeladen fühlen, Chanukka feiern.

Chanukka ist das jüdische Lichterfest. Mit Chanukka wird an die Zeit der Wiedereinweihung des zweiten Tempels in Jerusalem und dem Wunder, das dort im Jahr 164 vor Christus geschehen ist, erinnert. Im Tempel sollte eigentlich die Menora, der siebenarmige Leuchter, niemals verlöschen. Aufgrund kriegerischer Auseinandersetzungen gab es aber nur noch ein klein Wenig koscheres Lampenöl. Ausreichend für vielleicht einen Tag. Koscheres Öl herzustellen, dauerte aber acht Tage. Die Sorge, dass der Leuchter ausgeht, war nicht nur berechtigt, sondern riesengroß. Aber, das Unvorstellbare, das Wunder geschah: das Öl reichte, um alle Kerzen am Leuchter so lange brennen zu lassen, bis wieder ausreichend neues, koscheres Lampenöl hergestellt war. Der Leuchter brannte die ganzen acht Tage. Daran erinnert heute noch das Lichterfest. Aus diesem Grund feiert man heute acht Tage lang das Chanukka-Fest, indem man nach und nach alle acht Kerzen des Chanukka-Leuchters, der Chanukkia, anzündet, und gemeinsam singt, betet, isst, trinkt, kleine Geschenke austauscht und sich freut. In diesem Jahr findet Chanukka vom 12. bis zum 20. Dezember statt.

Im Landtag nun haben wir am Donnerstagabend in einer bewegenden Feier gemeinsam das dritte Licht am Leuchter angezündet, Chanukkalieder gesungen, miteinander gegessen – Schmalzgebäck, wie es Tradition ist – und viel miteinander geredet. Die aktuelle Situation im Nahen Osten und ganz besonders in Israel legt das ja nahe. Und bei aller unterschiedlichen Bewertung, bei allen unterschiedlichen Standpunkten, der Wunsch nach Frieden und Verständigung, nach einer Zukunft, in der Kinder ohne Angst vor Krieg, Terror und Bomben groß werden können, ist einer, der uns alle verbindet. Über politische, religiöse und gesellschaftliche Grenzen hinweg.

Ein Wunsch, der auch immer wieder im Kabarett-Programm von Dieter Nuhr eine Rolle spielte. Dort waren mein Mann und ich am letzten Freitag. Die Karten haben wir vor über einem Jahr gekauft. Und der ausverkaufte RuhrCongress hat uns Recht gegeben. Kurzfristig hätten wir schon länger keine Karten mehr bekommen. Dafür hätten wir dann sicherlich das Adventskonzert der Landesregierung in Köln besucht. Aber, wenn man erst Ende November davon erfährt und die Einladung bekommt, kann man kaum noch umdisponieren. So sehr ich das Adventskonzert, das gemeinsam mit dem WDR veranstaltet wird, auch schätze und die adventlich-weihnachtliche Atmosphäre liebe.

Advent, Weihnachtsfeiern, Weihnachtsmärkte, Geschenke aussuchen, Geschenke einpacken … ach wie liebe ich die Adventszeit, auch wenn sie so schrecklich kurz ist wie in diesem Jahr. Unsere Wohnung ist gemütlich geschmückt, die Geschenke sind besorgt und eingepackt, die allermeisten Weihnachtskarten – zumindest die vielen „dienstlichen“ – sind unterschrieben und abgeschickt, der Tannenbaum ist ausgesucht und wartet in der Garage auf seinen großen Auftritt, nun kann die letzte Woche vor Weihnachten – quasi der Weihnachts-Endspurt – wirklich anbrechen.

Doch bevor die Kerzen am Tannenbaum angezündet werden, gibt es noch ein paar bemerkens- und berichtenswerte Bochumer Aktionen, wie zum Beispiel die Weihnachtsbaumaktion für einen guten Zweck, die einige engagierte Handwerksmeister in Bochum seit vielen Jahren durchführen. Ehrensache, dass wir Herrn Zimmermann und seine Mitstreiter besucht haben. Danke für das tolle Engagement.

Pünktlich zum weihnachtlichen Schlussspurt haben wir, die SPD im Bochumer Osten, am Samstag unseren Weihnachts-Informationsstand mit Glühwein und vor allem dem traditionellen Grünkohl am Marktplatz in Bochum-Werne durchgeführt. Entgegen aller Wettervorhersagen war es zwar kalt, aber trocken, und manchmal sogar ein klein wenig sonnig. Das Thema am Infostand – klar, wie könnte es anders sein – GroKo. Daher unser Spruch des Tages: GrüKo statt GroKo. Und, wenn ich ganz ehrlich bin, das war nicht nur scherzhaft gemeint. Doch das soll auch schon alles zu diesem Thema sein. Wie lecker unsere Grünkohl aussah, kann man sich bei Facebook ansehen. Dass er auch superlecker geschmeckt hat, müsst ihr mir einfach glauben. Oder, Jemanden fragen, der ihn gegessen hat.

Wer übrigens den Bochumer Weihnachtsmarkt nicht kennt, sollte unbedingt noch bis zum 23. Dezember in unsere Stadt kommen. Denn neben dem „Fliegenden Weihnachtsmann“, der ja mittlerweile schon Kultstatus hat – apropos: ist eigentlich das geklaute Weihnachtsmann-Outfit wieder aufgetaucht? – gibt es eine neue, fantastische Attraktion: den City-Skyliner.

Der City-Skyliner ist eine Aussichtsplattform, die auf über 80 Meter hoch fährt. Und das ist echt phänomenal! Allein schon der Ausblick über meine Heimatstadt ist unbeschreiblich. Und, keine Sorge, wenn ihr Höhenangst habt, es ist völlig ungefährlich. Man kann die ganze Zeit sitzen, oder eben stehen und rausschauen, und es ist kein bisschen unheimlich. Denn das Glas, das bauchhohe Geländer und die ganze Atmosphäre bieten ein gutes und sicheres Gefühl. Ich bin bereits auf der Cranger Kirmes mit dem City-Skyliner hoch oben gewesen und habe dieses Erlebnis dort, aber erst Recht in Bochum auf dem Weihnachtsmarkt, sehr genossen. Schaut einfach und holt euch ein wenig Appetit.

Und da wir schon bei Weihnachtsvorbereitungen und Weihnachtsfeiern sind, darf natürlich die Weihnachtsfeier meiner Bochumer Aidshilfe, bei der ich heute zu Gast war, nicht fehlen. Viel mehr als 80 Menschen, Hauptamtliche, Ehrenamtliche, Klienten, Angehörige, Unterstützer, Schülerinnen und Schüler, die sich im Rahmen des Weltaidstages engagiert hatten, und einfach Freunde der Bochumer Aidshilfe waren ins Cafe enJoy gekommen. Sie alle waren da, um zu feiern, zuzuhören, Weihnachtslieder zu singen, die Spende der Schüler – immerhin die fantastische Summe von 2097,15 Euro – entgegenzunehmen, um dabei zu sein, wenn ein lieber Freund aus der hauptamtlichen Arbeit verabschiedet wird, und um mitzuerleben, dass die Ehrennadel 2017 an die „richtige“ Person verliehen wird. Eine Weihnachtsfeier der ganz besonders schönen Art, und ich durfte mit einem Grußwort dabei sein. Vielen Dank lieber Arne Kayser für dieses Erlebnis und die wunderschönen Worte, mit denen du unser gutes, freundschaftliches Verhältnis beschrieben hast.

Und zu guter Letzt hieß es auch in dieser Woche wieder einmal „Auf Wiedersehen“ zu sagen. Doris Eikmeier, die gute Seele der SPD-Ratsfraktion in Bochum, hat ihren wohlverdienten, aber von allen bedauerten Ruhestand angetreten. Manche Träne ist zum Abschied geflossen, viele berechtigt schöne Worte sind gefallen, manche Anekdote wurde in Erinnerung gerufen, und vor allem: die Coconut Dreams, im realen Leben Jonathan, Jörg und  Dirk – meine Mandatsträger (Rat und Bezirksvertretung) aus dem Bochumer Osten, die ja nur zu ganz ausgewählten Anlässen auftreten, haben Ukulele, Keyboard und Gitarre mitgebracht und gesungen, was das Zeug hält. Danke, ihr habt das wieder einmal toll gemacht.