Der erste Wochenbericht im Jahr 2018

Die erste Sitzungswoche im Landtag, Ende der kurzen Weihnachtspause, Vorbereitung der abschließenden Haushaltsberatungen für den Landeshaushalt 2018, jede Menge Neujahrsempfänge und erste Karnevalsveranstaltungen, aber öffentliches Interesse haben, so scheint es zumindest, eigentlich nur Berlin, die Sondierungsgespräche, das Ergebnispapier und natürlich die weitere Diskussion innerhalb der SPD gefunden.

Heute, am 14. Januar 2018, bin ich selbst noch nicht an dem Punkt, mir bereits eine abschließende Meinung gebildet zu haben. Ja, ich habe das Ergebnispapier mehrfach gelesen, an Telefonkonferenzen teilgenommen, mit einigen Freunden aus der Partei und Genossinnen und Genossen gesprochen, viel gelesen und zugehört, und ich bin sehr gespannt auf den Austausch in der kommenden Woche.

Mir geht es bei der Frage „Große Koalition – ja oder nein“ nicht um ein grundsätzliches, seit langem feststehendes, von konkreten Inhalten und Ergebnissen unabhängiges „Nein“ oder „Ja“. Sondern mir geht es um eine Entscheidung im Lichte der erzielten Verständigungen und in Abwägung der Chancen, Risiken, Nach- und Vorteile, und der Politik die für die nächsten vier Jahre in Aussicht gestellt wird.

Mein eigener Unterbezirk Bochum, die Diskussion in der Landtagsfraktion, die Delegiertenvorbesprechung, weitere Treffen … es liegen noch viele Gesprächsmöglichkeiten in der kommenden Woche an. Eine verantwortliche Meinungsbildung braucht Zeit und ist eben manchmal nicht so rasch möglich, wie man es sich wünscht. Da die Sondierungsergebnisse auf der einen Seite viel gebracht haben, auf der anderen Seite aber auch Wichtiges, was mir am Herzen liegt, fehlt, will ich sorgsam abwägen und bin heute wirklich noch nicht festgelegt. Doch am nächsten Sonntag, wenn der Bundesparteitag und damit die Delegierten der SPD entschieden haben, wissen wir alle mehr.

So, ihr Lieben, wenn sich das öffentliche Interesse kaum um andere Themen dreht, dann will wenigstens ich mit ein paar Bildern zeigen, was in meiner Woche – neben den Sondierungsgesprächen – wichtig war.

Am letzten Sonntag war ich zu Gast beim Westfälischen Turnerbund auf Schloss Oberwerries in Hamm und habe dort auf der Neujahrsmatinee des WTB zum Thema „Ehrenamt und Sport“ einen Festvortrag gehalten. Sehr beeindruckend waren die sportlichen Vorführungen, die deutlich gemacht haben, dass die Grenzen zwischen Breiten- und Spitzensport an vielen Stellen fließend verlaufen.

Ein Neujahrsempfang der etwas anderen Art wird in Bochum alljährlich vom Paritätischen veranstaltet. Der „Blaue Heinrich“ – benannt nach der Graupensuppe, die dort als Imbiss gereicht wird – greift immer wieder verschiedene sozialpolitische Themen auf, und legt – wenn politisch nötig – den Finger tief in die sozialpolitischen Wunden. In diesem Jahr ging es um das spannende Thema „Quartiersentwicklung“. Quartiere machen Stadt – wie entwickeln wir unsere „guten Stuben“, lautete das Motto des Abends.

Auch die Kreishandwerkerschaft Ruhr hatte zum Neujahrsempfang eingeladen. Der „neue“ Kreishandwerksmeister, Michael Mauer, hatte die „neue“ Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung, Ina Scharrenbach, eingeladen. Trotz erwarteter und vorhersehbarer Kritik an der alten Landesregierung und Eigenlob für die neue Landesregierung – beides durch die Ministerin, gab es auch viele nachdenkliche Töne, die das Neujahrstreffen mit interessanten Nuancen bereichert hat. Neben den Vertretern des Handwerkes, des öffentlichen und gesellschaftlichen Lebens, der Wissenschaft, Kirchen, Bildung … war natürlich auch die Politik von der Kommunal-, über die Landes- bis zur Bundespolitik vertreten. Ich habe mich gefreut, den Landrat des Ennepe-Ruhr-Kreises, meinen Freund Olaf Schade getroffen zu haben.

Am Wochenende war ich im Karneval in Dortmund – beim Närrischen Rat – und in Bochum – beim Karnevalistischen Frühschoppen der GroBoKa, das ist die Große Bochumer Karnevalsgesellschaft – unterwegs.

Wer glaubt, Karneval und das Ruhrgebiet gingen nicht zusammen, der irrt gewaltig. Wir sind zwar (noch) nicht Köln oder Düsseldorf, aber im Herzen des Ruhrgebiets wird ausgesprochen gerne und fröhlich gefeiert. Wir in Bochum haben wieder ein weibliches Dreigestirn, das sich schon mächtig freut, am Rosenmontag das Rathaus zu übernehmen. Auch wenn bis dahin nicht mehr ganz viel Zeit ist, denn die diesjährige Session ist ja bekanntlich eine der kürzesten überhaupt, wird bis dahin ausgiebig gemeinsam gefeiert, gesungen, getanzt, gelacht, und vor allem werden Orden verliehen.

Und weil die Woche mit einem sportlichen Ereignis begonnen hat, endet sie auch so. Im großen Sparkassenmasters in Bochum, ein klasse Fußballturnier in der Bochumer Rundsporthalle, haben – man höre und staune – dreimal Wattenscheider Vereine die jeweiligen Finale gewonnen. Nämlich bei den Reservemannschaften, den Frauen und den Ersten Mannschaften. Glückwunsch an den Ausrichter die DJK Wattenscheid (Reservemannschaft), an den SV Höntrop (Frauen) und an Schwarz-Weiß-Eppendorf (Erste Mannschaft). Alle drei Siegermannschaften und Vereine haben für echte fußballerische Überraschungen gesorgt. Am schönsten aber war das Einlagenspiel der Minikicker.