Der Sonntag des Bundesparteitags und mein Wochenbericht

Als erstes will ich heute das Beitragsbild erklären. Hier „breche“ ich nämlich mit einer ehernen Regel, keine Bilder von unseren Enkelkindern zu zeigen. Aber, man kann sie ja nicht wirklich erkennen, weil … ja, weil die Kinder und Jugendlichen von heute eben die „digital natives“ sind. Bis auf den jüngsten, den 2,5 Jahre alten Thaisen, habe die vier anderen, im Alter zwischen fast sechs und 12,5 Jahren, mit IPad, Nintendo oder ähnlichem gespielt. Und genau das zeigt mein Bild, das beim Geburtstagsessen meines Mannes aufgenommen wurde. Doch keine Sorge, später haben sie ganz „normal“ auch gegessen, getrunken, miteinander gesprochen und gespielt. Wirklich!

Während ich beginne den Wochenbericht zu schreiben, schaue ich – zwischen meinen Sonntagsterminen, die seit langem verabredet sind und in Bochum stattfinden – gespannt die Live-Berichterstattung über den Bundesparteitag meiner Partei. Mit Mail und SMS stehe ich sogar ein klein wenig mit unseren Bochumer Delegierten in Kontakt. Aber nach wie vor kann ich – jetzt am Sonntagvormittag und Sonntagmittag – nicht vorhersehen, wie die Abstimmung am Ende ausgehen wird.

Heute Vormittag, beim Neujahrsempfang und der Jubilarehrung der SPD in Grumme-Vöde bei uns in Bochum, haben wir natürlich auch intensiv über die aktuelle Situation, den Bundesparteitag, die anstehende Entscheidung, die Folgen einer Entscheidung … gesprochen. Und es ist genau so, wie ich es seit Wochen erlebe, auch hier bei der SPD Grumme-Vöde ist die Meinung gespalten. Das beschreibt die historisch besondere Situation der SPD sehr zutreffend. Was der Bundesparteitag auch immer entscheiden wird, hat langfristige Auswirkungen für Deutschland, für die Menschen, für Europa und für die SPD. Genau deshalb machen wir uns die Entscheidung ja so schwer. Wir möchten eben wissen, wollen abwägen können, was wir mit einer Entscheidung „Ja“ oder „Nein“ in Gang setzen.

Doch unabhängig davon, was heute entschieden wird, ist es unsere gemeinsame Aufgabe, die SPD zusammenzuhalten, die Erneuerung der SPD engagiert voranzutreiben, weiterhin so zu diskutieren wie bislang, dabei intensiv um Positionen zu ringen, mit dem Ziel zu inhaltlichen Entscheidungen und Klärungen zu kommen, die das sozialdemokratische Profil wieder unmissverständlich erkennbar machen.

Ohne also zu wissen, wie der Bundesparteitag entscheiden wird: ich bin stolz, mit welcher Ernsthaftigkeit, wie respektvoll, wie informiert, wie werbend, wie engagiert sowohl die einen wie die anderen – die ganze Zeit und auch jetzt auf dem Parteitag – diskutieren. Welche andere Partei bekommt so etwas hin? Ich kenne keine. Aber genau so sollen Parteien doch arbeiten! Auch deshalb bin ich froh und stolz, Sozialdemokratin zu sein.

Und am späten Nachmittag, auf dem Weg vom zweiten Termin – der Verleihung der Karnevalistischen Auszeichnung der GroBoKa (Große Bochumer Karnevalsgesellschaft) an die Erfolgsfußballerin Annike Krahn – zurück nach Hause, habe ich es gehört: der Parteitag hat mit einer gar nicht so ganz knappen Mehrheit entschieden, Koalitionsgespräche mit der CDU/CSU aufzunehmen. Okay. dann schauen wir mal, wie es jetzt weitergeht.

Hier kann man sich übrigens den Beschluss des Parteitags anschauen und downloaden.

Was ich heute erlebt habe, konntet ihr ja bereits lesen: Jubilarehrung und Neujahrsempfang der SPD in Grumme-Vöde. Einer der Jubilare, die für 25 Jahre SPD-Mitgliedschaft geehrt wurden, war der Vorsitzende Holger Schneider, der den Ortsverein überaus engagiert führt. Herzlichen Glückwunsch an ihn, und an Dr. Dieter Krämer und Helmut Stannies für 40 Jahre Mitgliedschaft, und ein ganz besonderes Dankeschön an Horst Koch, der bereits seit 50 Jahren der SPD angehört.

Kaum waren die Jubilare geehrt, konnte ich bereits zur Verleihung der Goldenen Grubenlampe der GroBoKa aufbrechen. Als Grubenlampenträgerin des Jahres 2015 habe ich mich gefreut, dass Annike Krahn, 137-fache Fußball-Nationalspielerin aus Bochum in diesem Jahr geehrt wurde. Die Goldene Grubenlampe wird an Bochumer Bürgerinnen und Bürger verliehen, die mit großem persönlichen Einsatz dazu beigetragen haben, dass Bochum über den Tellerrand hinaus bekannt und beliebt ist, und bleibt. Annike Krahn hat die Auszeichnung allemal verdient, keine Frage. Und die Laudatio  hat Esther Münch, Kabarettistin und Sängerin, und – wie viele wissen – meine Freundin  gehalten. Sie hat die Goldene Grubenlampe im letzten Jahr verliehen bekommen.

Am Samstag stand der Ökumenische Neujahrsempfang der evangelischen und katholischen Kirchen in Bochum in meinem Kalender. Ein Termin, der mir seit vielen Jahren wichtig ist. In diesem Jahr hätte ich mich zudem kolossal geärgert, wenn ich nicht dabei gewesen wäre.

Denn zum einen hat der katholische Stadtdechant Michael Kemper klar, unmissverständlich, mutig und fantastisch Stellung bezogen zum „gemeinsamen Mahl“ als äußeres Zeichen einer ernstgemeinten und gelebten Ökumene. Wörtlich hat er ausgeführt, dass wir lange genug gewartet hätten, und hat die Haltung mancher Bischöfe als Blockade bezeichnet, die im Widerspruch zu dem stehe, was Papst Franziskus will. Danke!

Und als ob man die Inhalte im Vorfeld aufeinander abgestimmt hätte, hat die Hauptrednerin des Empfangs, Christina Brudereck, einen kraftvollen, engagierten, mitreißenden Vortrag „Wie sie uns gefällt – heute Kirche von morgen werden“ gehalten, der alle Anwesenden gefesselt hat. Christina Brudereck ist evangelische Theologin, Autorin, Wortkünstlerin, Vortragende, Motivatorin, und einfach nur spannend.

Auch wenn man es, ohne ihren Vortrag zu kennen, nur schlecht verstehen wird, aber ihr Fazit lautete: Machen wir aus der Kirche eine Villa Kunterbunt. Was genau sie damit meinte, kann man in ihrem Vortrag nachlesen, den ich posten werde, sobald ich ihn zugeschickt bekommen habe.

Und in den Tagen von Montag bis Samstag? Was gab es da? Zwei Plenartage mit der Verabschiedung des Landeshaushalts 2018. Darüber hat die Presse ausführlich berichtet, das muss ich nicht wiederholen. Klar, die Regierungsfraktionen loben sich, wir – die größte Oppositionspartei – sehen den Haushalt sehr viel kritischer und haben unsere Kritik auch deutlich gemacht. Hier kann man die Rede meines Fraktionsvorsitzenden nachlesen.

Parallel zur laufenden Plenarsitzung habe ich am Mittwochabend den Landtag beim Neujahrsempfang der Bundeswehr und des Reservistenverbandes vertreten, und ein Grußwort gehalten. Der Empfang ist alljährlich der Auftakt zu einem einmaligen Wohltätigkeitskonzert des Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr. Doch als das begann, war ich längst wieder zurück im Landtag, und habe wenig später die Sitzungsleitung wieder übernommen.

Am Mittwochmorgen hatte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge alle Landtagsabgeordneten zu einem Parlamentarischen Informationsfrühstück eingeladen, um gerade den neuen Kolleginnen und Kollegen die Arbeit des Volksbundes vorzustellen.

Bereits am Dienstagnachmittag hatte die Katholische Kirche zum Jahreseröffnungsgottesdienst eingeladen. Und bei der anschließenden Gelegenheit zu Begegnung und zu Gesprächen habe ich auch SPD-Kolleginnen und Kollegen getroffen, die leider im Mai letzten Jahres nicht wieder gewählt worden sind. Das Wiedersehen war richtig schön, aber traurig bleibt, dass die Kolleginnen und Kollegen nicht mehr dabei sind. Das Foto zeigt neben Annette Watermann-Krass und Dr. Rainer Bovermann, beide sind im Landtag NRW Abgeordnete, unsere liebe Freundin Marion Warden aus Düsseldorf.

Am Donnerstag hat Friederike – der Sturm, der über ganz Deutschland wütete und Nordrhein-Westfalen mehr als in Atem hielt – dafür gesorgt, dass auch im Landtag Nordrhein-Westfalen viele Fahrgemeinschaften für den Weg nach Hause gebildet wurden. Nur die Landtagskolleginnen und Kollegen aus Ostwestfalen-Lippe hatten richtig Pech. Sie kamen nicht mehr weg und haben dann, ungeplant und ungewollt, eine weitere Nacht in Düsseldorf verbracht. So kann es gehen, nicht oft, eher selten, aber immerhin …

Freitagabend war ich zum wiederholten Male Referentin und Gesprächspartnerin beim evangelischen Männerdienst der Kirchengemeinde Langendreer. Das Thema lautete zwar „Nordrhein-Westfalen nach der Landtagswahl“, aber – wen wundert es – der SPD-Parteitag und die Frage „Große Koalition Ja oder Nein“ war auch dort das bestimmende Thema. Auch beim evangelischen Männerdienst, dort gibt es ein paar SPD-Mitglieder aber eben nur wenige, gab es kein eindeutiges Meinungsbild, aber großes Interesse und viel Gesprächsbedarf.

Zu allem Überfluss passierte dann das, was man abends spät bei Kälte und leichtem Nieselregen, auf dem Weg nach Hause gar nicht braucht, mein Auto sprang von jetzt auf gleich nicht mehr an. Gut, dass es Pannendienste gibt. In meinem Fall der ADAC, der recht schnell und zuverlässig geholfen hat. Jetzt besitze ich eine neue Batterie und bleibe hoffentlich in den nächsten Jahren von ähnlichen Erfahrungen verschont.