Dennis Maelzer: „Kinderarmut durch eine Kindergrundsicherung bekämpfen!“

Anlässlich des heute veröffentlichten Kinderreports 2018 des Deutschen Kinderhilfswerks erklärt Dennis Maelzer, familienpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag NRW:

„Mit Blick auf die besorgniserregend hohe Kinderarmutsquote und die unzureichende Chancengleichheit unserer Kinder unterstreicht der Kinderreport einmal mehr, dass neue Maßnahmen erforderlich sind. Im Kampf gegen Kinderarmut sprechen sich nicht nur die SPD-Fraktion, sondern auch elf weitere Bundesländer sowie Gewerkschaften, Wissenschaftler, Wohlfahrts- und Familienverbände für die Einführung einer Kindergrundsicherung aus. Die nordrhein-westfälische Landesregierung will sich mit vier weiteren Bundesländern aber nicht auf die Kindergrundsicherung als wesentliches Element im Kampf gegen Kinderarmut festlegen. NRW ist als größtes Bundesland jedoch gefordert, jetzt konstruktiv an einem Konzept für die Kindergrundsicherung mitzuwirken statt den Prozess durch die verzweifelte Suche nach Alternativen zu verwässern und zu verlangsamen. Im Sinne der armutsgefährdeten und in Armut lebenden Kinder brauchen wir zeitnah eine Lösung in Form einer Kindergrundsicherung.

Kinderarmut ist gleichzeitig aber auch immer Familienarmut. Daher müssen Eltern weiter finanziell entlastet werden. Unser Konzept für eine gebührenfreie frühkindliche Bildung liegt auf dem Tisch. Es liegt nun an Familienminister Stamp unsere Vorschläge bei der Reform des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) aufzugreifen, um nicht nur Eltern von den sozial ungerechten Kita-Gebühren zu befreien, sondern auch um mithilfe einer neuen Finanzierungssystematik die Qualität in den Kitas spürbar zu verbessern.“

Auch der VBE, der Verband Bildung und Erziehung, äußert klare Forderungen in Richtung der Landesregierung:

„Armut verhindert einen erfolgreichen Bildungsweg. Kitagebühren erschweren frühkindliche Bildung. Knappes Geld sorgt in Schulen teils für hungrige und damit unkonzentrierte Kinder. Das darf nicht länger zum Alltag gehören. Wir fordern echte Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit“, erklärt Stefan Behlau, Landesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) NRW, anlässlich des heute veröffentlichten Kinderreports.

Die Landesregierung ist gefordert. Stefan Behlau: „Eltern müssen von Kitagebühren befreit werden. Damit ein günstiger Wohnort keinesfalls die Bildungschancen verhindert, fordern wir einheitliche Qualitätsstandards für Kitas und auch für Ganztagsschulen. Der Wohnort darf nicht über die Bildungsqualität entscheiden.“