Aschermittwoch, Valentinstag, Goldenes Karussellpferd, Historischer Jahrmarkt in Bochum – mein neuer Wochenbericht – bunt, fröhlich und mit Paddington

Sascha Lobo, ein deutscher Blogger, Journalist und Autor, hat einmal gesagt „Der richtige Moment lässt viele Dinge im Leben ganz einfach erscheinen“.

Der richtige Moment, meinen neuen Wochenbericht zu lesen, ist genau jetzt. Und ich verspreche: keine Groko Bewertung, keine Empfehlungen, keine Versuche, die komplizierte Situation der SPD in die eine oder andere Richtung zu erklären … Denn all das ist wirklich nicht einfach.

Und noch so viele notwendige Diskussionen und Gespräche lassen die Entscheidung eines jeden einzelnen SPD-Mitglieds am Ende nicht einfacher werden. Im Moment finden landauf, landab Informations- und Diskussionsveranstaltungen statt. In meinem Stadtbezirk Bochum Ost werden wir am kommenden Donnerstag erneut Gelegenheit zum Austausch und zur Diskussion bieten. Mal schauen, ob es dann vielleicht für einige der SPD-Mitglieder der „richtige Moment …“ wird.

Heute will ich einfach nur ein paar Bilder zeigen, die meine letzte Woche – zumindest in Ansätzen – beschreiben. Denn zu allererst müsste ich euch eigentlich einen riesengroßen Berg Tempotaschentücher, Halstabletten und Nasenspray zeigen. Richtig, eine dicke Erkältung hat mich innerhalb kürzester Zeit zum zweiten Mal in diesem Jahr etwas außer Gefecht gesetzt. Aber: Unkraut vergeht ja bekanntlich nicht. Und das stimmt! Da man nicht alle Termine einfach absagen kann, habe ich einen meiner Ortsvereine bei der traditionellen Valentinsaktion am Marktplatz in Langendreer begleitet. Die roten Schokoherzen, die wir verteilt haben, waren vielfach der Türöffner für gute Gespräche und das ein oder andere aufmunternde Wort.

Diese Erfahrung habe ich anderentags mit nach Schwerte zum Politischen Aschermittwoch der SPD aus der Region Westliches Westfalen genommen, bei dem Andrea Nahles, ebenfalls erkältungstechnisch angeschlagen, geredet und geworben hat. Die üblichen, teils humorvollen, teils sehr deftigen Abrechnungen, die eigentlich die Aschermittwochsreden kennzeichnen, sind in diesem Jahr an vielen Orten, auch bei uns in Schwerte, bedeutend verhaltener als sonst ausgefallen. Sicherlich auch der aktuellen Situation geschuldet. Oder?

Am Donnerstagabend war ich froh, dass meine Stimme und ich gehalten, bzw. durchgehalten haben. Denn ich war – zur Überraschung des „Geburtstagskindes“ Jörg Lüken – diejenige, die nicht etwa nur, wie er dachte, ein paar nette Worte zur Feierabendrunde des Akafös gefunden, sondern eine Rede anlässlich seines 60-zigsten Geburtstag gehalten hat. Das Akafö ist das Studierendenwerk der Hochschulen in Bochum. Die Feierabendrunde ist ein Vernetzungstreffen für Partner, Freunde und wichtige Kontakte des Akafö. Und Jörg Lüken ist seit 17 Jahren der Geschäftsführer des Akafö.

Außer meiner Geburtstagsrede, einer kleinen Talkrunde mit beruflichen Weggefährten, gab es eine tolle Tanzvorführung – Tanzen ist nämlich eine der Leidenschaften von Jörg Lüken und seiner Frau – und einen Auftritt der bekanntesten, beliebtesten und schnodderigsten „Reinigungsfachkraft“ bei uns in Bochum: Waltraud Ehlert alias Esther Münch. Wie fast immer endete ihr Auftritt, nach einer humorvollen, vom Publikum nur durch eine Wolldecke getrennten Umkleidepause, im Abendkleid. Stimmgewaltig stimmte sie „Oh happy day“ an, passend zum Geburtstag.

Am Freitagabend ging es nach Hamm, wo in der Maxihalle der traditionelle Jahresempfang der NRW-Schausteller, mit der Verleihung des Goldenen Karussellpferds an den Ministerpräsidenten Armin Laschet, stattgefunden hat. Das Goldene Karussellpferd ist die höchste Auszeichnung, die die Schausteller vergeben, und stellt zugleich auch eine Verpflichtung dar, sich zukünftig verstärkt um die Belange der Schausteller zu kümmern.

Es war ein schöner Abend, bei dem ich viele liebe Schaustellerfreunde und Schaustellerbekannte getroffen habe. Mein eigenes goldenes Karussellpferd steht übrigens in meinem Arbeitszimmer zu Hause, direkt meinem Schreibtisch gegenüber, so dass ich es täglich sehe und mich freue, dass die Schausteller es mir 2016 in Köln verliehen haben.

Und mit den Schaustellern ging die Woche auch zu Ende. Heute am Sonntag habe ich nämlich – als Schirmherrin – in der Bochumer Jahrhunderthalle den 11. Historischen Jahrmarkt offiziell eröffnet. Wie man auf den Fotos sehen kann, hatte ich ganz prominente, und bei Groß und Klein beliebte, Unterstützung. Paddington – der Bär – war gekommen. Und so wie im Film, haben wir gemeinsam mit Albert Ritter, das ist der Prinzipal der Historischen Gesellschaft Deutscher Schausteller, und dem Chef der Jahrhunderthalle, Andreas Kuchajda, den roten Knopf gedrückt, um den offiziellen Startschuss zu geben.

Der Historische Jahrmarkt ist wirklich unbeschreiblich toll! Wer noch nie dort war, sollte unbedingt am nächsten oder übernächsten Wochenende nach Bochum kommen. Denn mittlerweile sind es drei Wochenenden, an denen man die historischen Orgeln, die über hundert Jahre alten Fahrgeschäfte wie Kettenkarussell, Raupe, Riesenrad, Geisterbahn, Reise ins Paradies, Kinderpferdekarussell … und vor allem auch den Flohzirkus (!), die Geisterbahn, die Schiffschaukeln, das Kasperletheater, den Magier und vieles mehr genießen, bestaunen, und vor allem nutzen kann. Die Schausteller sind übrigens gerne bereit, alles über ihre Traditionsgeschäfte zu erzählen. Fragt sie einfach mal.

Der Historische Jahrmarkt ist ein fantastischer Spaß für Klein, und manchmal denke ich, noch mehr für Groß. Ein echter und schöner Ausflug für die ganze Familie. Zudem zeigt er auch das großartige, zusätzliche und ehrenamtliche Engagement der Schausteller. Einige wenige haben sich nämlich im Jahr 2003 zur Historischen Gesellschaft Deutscher Schausteller zusammengeschlossen, um mit ihrem individuellen Hobby – alte Fahrgeschäfte, Orgeln und Zugmaschinen zu bewahren, zu sanieren, und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen  – nicht mehr alleine zu sein. Danke für dieses ehrenamtliche Engagement, das gar nicht hoch genug geschätzt werden kann.

Mittlerweile ist die Historische Gesellschaft gewachsen und kann schon ihr erstes Jubiläum – 15 Jahre – feiern. Herzlichen Glückwunsch! Wir in Bochum können zudem sehr stolz darauf sein, dass wir die Stadt sind, die den größten historischen Indoor-Jahrmarkt beherbergen darf.

Ich hoffe, meine Fotos und meine Schwärmerei haben euch richtig neugierig gemacht. Falls Ja, dann kommt doch einfach an den nächsten beiden Samstagen oder Sonntagen nach Bochum, und habt einfach nur viel Spaß! Vielleicht treffen wir uns sogar dort,  wer weiß? Denn ich bin bestimmt auch an den kommenden Wochenenden auf „meinem“ historischen Jahrmarkt.