Schon wieder ist ein Woche rum? Kaum zu glauben, aber wahr! Hier ist mein neuer Wochenbericht.

Immer wenn ich am PC sitze, meinen Wochenbericht schreibe, Bilder hochlade und überlege, was euch interessieren könnte, stelle ich mit Erstaunen fest: schon wieder ist eine Woche vorbei! Wo bleibt nur die Zeit? Warum vergehen die Tage so furchtbar schnell? Und warum hat man immer das Gefühl, 24 Stunden reichen gar nicht für das, was man in dieser Zeit erledigen will. Hat das etwa etwas mit dem Älterwerden zu tun? Wer weiß! Auf jeden Fall sind die Wochen ganz schön vollgepackt, und auch die Tage könnten ab und an eine oder zwei Stunden mehr gut vertragen.

Dann mal los mit dem, was die Tage kurz und die Wochen voll macht. Die letzte Woche war – unter diesem Gesichtspunkt – eigentlich eine ganz normale Sitzungs- und Arbeitswoche: Fraktionsvorstand, Fraktion, Arbeitskreise, Ausschüsse, Präsidium, Ältestenrat, Ausstellungseröffnungen im Landtag, Gespräche mit Organisationen, Treffen und Gespräche im Zusammenhang mit der Parlamentariergruppe NRW-Türkei, jede Menge Schreibtischarbeiten und – wohl auch in der vor mir liegenden Woche noch unvermeidlich – Versammlungen, Sitzungen, Gespräche über die SPD und den Mitgliederentscheid.

Ganz ehrlich, bereits in der Informations- und Diskussionsveranstaltung am Donnerstag in meinem Stadtbezirk Bochum Ost gab es schon fast kein SPD-Mitglied mehr, das sich noch nicht entschieden hatte. Bis auf vier Mitglieder hatten nämlich alle Anwesenden bereits sofort zu Wochenbeginn ihr Kreuz auf dem Stimmzettel gemacht, und ihn natürlich auch wieder zurückgeschickt.

Die Beteiligung der Mitglieder ist gut und richtig, keine Frage. Aber die Schärfe und manchmal auch Verbissenheit, die sich im Laufe der Zeit an einigen Stellen ergeben hat, kann ich nicht nachvollziehen. Keine der beiden Seiten, wenn man davon einmal sprechen will, weiß doch letztlich, ob ihre Projektion der Folgen und Zukunft bei einem „Ja“ oder einem „Nein“ die richtigen sind. Das gilt natürlich auch für mich! Auch ich argumentiere auf dem Hintergrund meiner persönlichen Erfahrungen, Beobachtungen, und Erwartungen. Aber, ob ich Recht habe? Deshalb wäre noch etwas mehr Respekt vor der jeweils anderen Meinung durchaus angebracht. Auch Fairness ist keine Einbahnstraße, oder gar eine Eigenschaft, die man jeweils nur für sich und seine Meinung einfordern kann.

Was ich gemacht habe? Ich habe mit Ja gestimmt. Nicht weil ich dem Koalitionsvertrag jubelnd zugestimmt habe, auf keinen Fall! Und auch nicht weil ich die Große Koalition für uns Sozialdemokraten als erstrebenswertes Ziel empfinde. Nein, ich habe mit Ja gestimmt, weil ich davon überzeugt bin, dass wir auf jeden Fall zur Zeit eine Bundestagswahl verhindern müssen, wenn wir uns nicht endgültig in eine existentiellen Krise als deutsche Sozialdemokratie manövrieren wollen. Aber, wie gesagt, man kann das auch ganz anders sehen. Ich aber, sehe es so.

Jetzt aber Schluss mit GroKo, zumindest bis nächsten Sonntag und bis zum nächsten Wochenbericht. Denn ich will heute berichten und in Bildern zeigen, was neben der so genannten „Normalität“ noch stattgefunden hat.

Am Montag haben wir in Bochum unseren langjährigen Dezernenten für Kultur und Bildung, und später dann auch noch für Sport, der zudem in den letzten Jahren Stadtdirektor war, Michael Townsend, in den Ruhestand verabschiedet. „Natürlich“ fand die Feier dort statt, wo sie für einen Kulturdezernenten auch hingehört: im fantastischen Anneliese Brost Musikforum Ruhr. Für einen Abschied nach 10 Jahren war es launig, fröhlich und (fast) gar nicht wehmütig. Und den „Neuen“, Dietmar Dieckmann, kenne ich auch sehr gut, denn vor vielen Jahren war ich als Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Landtagsfraktion einmal seine „Chefin“. So klein ist dann doch ab und an die Welt.

Am Dienstag haben die Gerichtspräsidentinnen und –präsidenten aus ganz Nordrhein-Westfalen den Landtag besucht. Nach der Besichtigung des Besucherzentrums, des Plenarsaals und des Landtages insgesamt, fand der Austausch mit dem Präsidium statt. Zwei Verfassungsorgane unter sich – so zu sagen. Alle waren übrigens über diese Form der Begegnung und des Austauschs begeistert.

Für mich ging es anschließend sehr schnell zurück nach Bochum. Dort habe ich es dann noch geschafft, wenigstens die zweite „Halbzeit“ des Bermuda-Talks mitzuerleben. Wieder kurzweilige und spannende Begegnungen, Interviews und Gespräche mit interessanten, manchmal auch erstaunlichen Persönlichkeiten aus Bochum. Danke an Michael Wurst und Oliver Bartkowski für dieses tolle Format, das als lokale Talkrunde aus unserer Stadt nicht mehr wegzudenken ist, und in der „Urmutter“ des Bermuda3ecks stattfindet. Im Mandragora.

Bevor wir Abgeordneten am Mittwochabend, der Einladung der Stadt und Deutschen Oper Düsseldorf folgend, eine wunderbare Aufführung der Puccini-Oper Tosca erleben durften, haben wir oppositionellen SPD-Abgeordneten eine wirklich erstaunliche Schulausschuss-Sitzung erlebt. Natürlich gehen die herausgegebenen Pressemitteilungen fast diametral auseinander, je nachdem ob die regierungstragenden oder die oppositionellen Fraktionen sich zu Wort melden. Aber, es war schon so, dass wir SPD´ler richtig „Spaß“ hatten, denn an der ein oder anderen Stellen haben wir wirklich „gepunktet“, oder man könnte auch sagen, wir haben die Regierung „gestellt“. Auf jeden Fall ist klar geworden: wir sind gut vorbereitet, wir hören gut zu, wir erkennen Widersprüche und Weiterentwicklungen, und wir tun das, was eine Opposition tun muss, wir greifen inhaltlich an, ohne uns im Ton zu vergreifen. Aber, wir bieten auch dort, wo es angebracht und einfach richtig ist, die Zusammenarbeit an, und tun das nicht nur aus taktischen Gründen. Denn es geht um die Gegenwart und Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder.

Der Besuch der Deutschen Oper war dann ein schöner und in meinem Fall auch ein gemeinsamer Abschluss mit meinem Bochumer Kollegen Serdar Yüksel. Zwei Bochumer Sozialdemokraten auf den Brettern, die die Welt bedeuten, und das in Düsseldorf. Hat doch was, oder? Nur gut, dass wir lediglich in die Kamera lächeln sollten. Denn singen …

Der Donnerstag stand dann ganz im Zeichen des Hauptausschusses, in dem ich ebenfalls Mitglied bin. Bezogen auf völlig andere Themen, zum Beispiel auf die neue Aufgabe eines hauptamtlichen Beauftragten der Landesregierung für Aussiedler auf Honorarbasis, kann ich aber annähernd die gleiche Erfahrung schildern wie aus dem Schulausschuss. Auch hier waren wir – eindeutig und objektiv betrachtet – besser vorbereitet, interessierter an den Themen und nachfrage- und angriffsfreudig. Nicht an jedem Tagesordnungspunkt, aber dort, wo es sein musste.

Keine Sorge, Opposition ist und bleibt natürlich „Mist“, denn man kann (fast) nichts, auf jeden Fall nicht genug, unmittelbar bewegen, verändern, in die Wege leiten. Aber dennoch darf man auch Spaß haben, wenn die Sitzungen für uns so gut laufen wie die beiden, in denen ich dabei war.

Das Tollste in dieser Woche war aber ohne Zweifel der Freitag, unser erster Bochumer MdL-Tag in diesem Jahr. Bei unseren Bochum-Tagen besuchen wir ja immer zu Dritt – Serdar Yüksel, Karsten Rudolph und ich – Einrichtungen, Organisationen, Institutionen, Firmen, Vereine, Schulen, Kirchen … in unserer Heimatstadt Bochum. Wir tun das seit vielen Jahren, um Gespräche zu führen, um zu sehen, wie sich das, was wir in Düsseldorf erarbeiten und beschließen, konkret auswirkt, um zu hören, wo der Schuh drückt, um sich besser kennen zu lernen, und letztlich um das zu tun, was man von örtlichen Abgeordneten erwarten darf, dass sie sich kümmern. Drei aus Bochum für Bochum, so lautet unser Motto.

Gestartet sind wir am Freitag in der Justizvollzugsanstalt in Bochum. Es liegt auf der Hand, dass wir dort nur ein Foto mit dem Leiter der JVA und seiner Stellvertreterin machen konnten. Wir hatten aber erstens viel mehr Gesprächspartner, zweitens die Gelegenheit, auch recht lange und ausführlich mit den Vertretern der Gefangenmitverantwortung zu reden, und drittens einen interessanten Rundgang durch unsere JVA, die Ende des vorletzten Jahrhunderts (!) errichtet wurde und an vielen Stellen auch noch sehr danach aussieht. Der Modernisierungsbedarf liegt wirklich auf der Hand.

Zweite Station war die Caritas, besser gesagt der Sozialdienst Katholischer Männer unter dem Dach der Caritas. Dort haben wir im Schwerpunkt die Arbeit des SKM mit Straffälligen und ihren Familien kennen lernen dürfen. Das Vater-Kind-Projekt zum Beispiel ist nicht nur beeindruckend, sondern fast einmalig in ganz Deutschland. Auch hier haben wir Folgegespräche verabredet, weil die Zeit gar nicht gereicht hat, sich über alles intensiv auszutauschen.

Und die dritte Station am Freitag war die Hauptfeuerwache in Bochum-Werne und damit unsere Feuerwehr in Bochum. Bei strahlend kaltem Winterwetter wurde dort gerade die Eisrettung – in Vorbereitung auf eine Prüfung des aktuellen Ausbildungsjahrgangs – geübt. Es war hochprofessionell, aber bestimmt auch richtig, richtig kalt und anstrengend.

Neben verschiedener Besichtigungen, einem längeren Aufenthalt in der Leitstelle, wo wir einen echten Einsatz erleben konnten und später an diesem Beispiel alles, was man wissen sollte, erklärt bekamen, haben wir uns mit dem Dezernenten Sebastian Kopietz, dem Feuerwehrchef Simon Heußen, seinem Stellvertreter Herrn Lieber und einigen anderen Feuerwehrmännern ausgetauscht. Und, was haben wir fest verabredet? Richtig und dennoch falsch geraten. Ja, das Wiederkommen. Aber noch wichtiger: wir bekommen ab sofort „regelmäßig“ Besuch in Düsseldorf. Wir haben nämlich die Ausbildungsjahrgänge der Feuerwehr eingeladen, uns an unserer Arbeitsstelle zu besuchen. Und Sebastian Kopietz hat das gleich auf weitere Auszubildende der Stadt Bochum ausgeweitet. Ein schönes Ergebnis unseres Bochum-Tags.

Zum Schluss will ich es sportlich machen: herzlichen Glückwunsch an eine tolle deutsche Olympia-Mannschaft, die Großartiges geschafft und geleistet hat. Ein ganz besonderer Dank an unsere Eishockey-Mannschaft, die um Haaresbreite an der Goldmedaille vorbeigeschrammt ist, für den absoluten Höhepunkt der Spiele und das am letzten Tag gesorgt und so fantastisch gekämpft hat! Hut ab! Das ist eine goldene Silbermedaille!

Und gleich geht es für Heinz-Martin und mich zum VfL. Da heißt es nicht nur, sich warm anzuziehen, denn die strahlende Sonne täuscht sehr. Nein da heißt es vor allem, Daumen drücken, die Mannschaft anfeuern, Unterstützung von allen Kurven und Rängen. Und für die Mannschaft heißt das: kämpfen, kämpfen, kämpfen!