Das Ja zur GroKo, die Plenartage, ein Informationsbesuch im Knappschaftskrankenhaus – der neue Wochenbericht ist online

Selten habe ich mit so großer Spannung und zugegebenermaßen auch Anspannung an einem Sonntagvormittag zwischen Frühstück – diesmal mit Kindern und Enkelkindern aus Wardenburg, die wegen des Historischen Jahrmarkts zu Besuch in Bochum waren – und nächstem Termin vor dem Fernseher gesessen. Auch unser 8-jähriger Enkel Brian hat mitgeschaut und verstanden, dass gerade eine ganz wichtige Entscheidung für die SPD verkündet wird.

Das deutliche „Ja“ der SPD-Mitglieder im Mitgliederentscheid ist aber nicht mit einem genauso großen „Ja“ zum Koalitionsvertrag und zur Bildung einer Großen Koalition zu verwechseln. Das „Ja“ ist mindestens in Teilen auch eine rational abgewogene Entscheidung, die notwendige Erneuerung der SPD in Regierungsverantwortung und nicht in einem raschen Wahlkampf anzugehen.

So waren auch die nachdenklichen Worte von Karsten Rudolph, meinem Landtagskollegen und unserem Bochumer SPD-Vorsitzenden, auf dem Jahresempfang der SPD im Stadtbezirk Bochum-Mitte zu verstehen. Da die SPD Bochum-Mitte schon vor langer Zeit ihren Empfang auf den heutigen Sonntag gelegt hatte, war das Bochumer Medieninteresse – ausschließlich aufgrund der aktuellen Entwicklungen – extrem hoch. Zeitung, Radio, Internet-Medien, Fotografen und Fernsehen – alle waren da und auf der Suche nach O-Tönen. Die haben sie natürlich ausreichend einsammeln können.

Trotz des enormen Medienaufgebots – für Bochum und SPD-Veranstaltungen (leider) eher ungewöhnlich – und des gerade verkündeten Ausgangs des Mitgliederentscheids, war die Aufmerksamkeit kurz darauf wieder ganz auf den Vortrag von Staatsminister a.D. Dr. Christoph Zöpel gerichtet. Der frühere Vorsitzende der Bochumer SPD hat zu „Bochum mit Zukunft – Eine europäische Stadt in der Wissensgesellschaft mit Industriegeschichte“ gesprochen. Der etwas sperrige Titel ist zugleich Titel eines kleinen Buchs, das die SPD Bochum herausgegeben hat, und das die Ergebnisse unserer Bochumer Zukunftskommission darstellt. Das Buch ist lesenswert, und vor allem etwas, worüber wir miteinander ins Gespräch kommen sollten. Unbedingt!

Neben den Plenartagen, über die ich hier gar nicht viel schreiben will, weil man alles – die Debatte zum Diesel-Fahrverbot-Urteil, oder die Debatten zu den problematischen belgischen Reaktoren in Tihange, zur Steuerfahndung, zum Thema Geldwäsche, zur geplanten Abschaffung der Produktionsschulen, zum Lehrerbesoldungsgleichstellungsgesetz … nachlesen, im Videostream anschauen, in der Kommentierung in den Medien verfolgen kann.

Interessant könnte vielleicht aber noch sein, dass am letzten Mittwoch wieder einmal ein Parlamentarisches Frühstück rund um das Thema Diabetes stattgefunden hat. Seit einigen Jahren arbeitet der Landtag Nordrhein-Westfalen bereits mit dem Verein Landesgesundheitsprojekte e.V. zusammen, um über die Volkskrankheit Diabetes zu informieren, um verschiedene Aspekte dieser Krankheit zu thematisieren, und um für notwendiges politisches Handeln zu sensibilisieren.

Besonders sind dabei natürlich die Fachpolitiker gefordert. Aber letztlich müssen eigentlich möglichst viele Kolleginnen und Kollegen erreicht werden. Der Anfang ist jedenfalls auch in dieser neuen Wahlperiode gemacht. Schauen wir mal, wie es weitergeht. Ich bleibe jedenfalls am Ball.

Weitergegangen ist auch die Arbeit der Parlamentariergruppe NRW-Türkei, die sich in der letzten Woche wieder einmal getroffen hat, um mit der Staatskanzlei über den aktuellen Stand der Beziehungen unseres Landes zur Türkei zu diskutieren. Eine spannende und nicht immer einfache Arbeit, und vor allem der Versuch, möglichst viele Informationen zu erhalten, liegen vor der Parlamentariergruppe, die ich ja bekanntermaßen wieder leiten darf.

Nicht geschafft habe ich es, den Empfang und die Ehrungen der Sportjugend Bochum für die erfolgreichen jugendlichen Bochumer Sportlerinnen und Sportler zu besuchen. Denn, just zur selben Zeit, hat unser Parlament noch tüchtig in Düsseldorf diskutiert. Deshalb habe ich aus der „Not“ – nicht persönlich dabei sein zu können – eine „Tugend“ gemacht, und einfach eine Videogrußbotschaft geschickt. Wer mag, kann sie sich hier ja einfach noch einmal anschauen.

Neben vielen Gesprächen, beispielsweise zum Thema „Türkei und Jugendaustausch“ mit der Jugendbrücke, oder zur Arbeit der Frauenberatungsstellen in Nordrhein-Westfalen, die mit einem Informationsstand am Plenarmittwoch über ihre Arbeit und ihre Kampagne „Stark für Frauen“ informiert haben, einem Besuch beim Sozialdezernenten der Stadt Gelsenkirchen, Herrn Luidger Wolterhoff, der vormals Leiter der Agentur für Arbeit in Bochum war, und dem üblichen Arbeitsalltag als Abgeordnete und Vizepräsidentin, war der gemeinsame Besuch von Karsten Rudolph, Serdar Yüksel und mir im Knappschaftskrankenhaus in Bochum-Langendreer eine der wichtigsten Begegnungen in der letzten Woche.

Anlass für unseren Besuch war das neue Tumorzentrum in Langendreer, das im Dezember offiziell eingeweiht wurde. Dass wir allerdings dann vier Stunden bleiben und intensive Gespräche führen würden, konnten wir nicht ahnen. Aber, wenn Begegnungen so spannend, interessant und intensiv sind, schaut halt niemand schnell auf die Uhr. Natürlich nur, wenn die Folgetermine es erlauben. Und am Freitag haben sie es erlaubt.

Vielen Dank an Frau Professor Schmieder, Herrn Professor Adamzik, Herrn Kissinger, Herrn Jochum, Herrn Professor Adamietz, Herrn Professor Schroers und allen, die für uns den Besuch vorbereitet und begleitet haben. Und einen ganz besonderen Dank an Herrn Andreas Beyna, der uns fotografisch begleitet hat und der die Rechte an den Fotos besitzt.

Spannend und wissenswert ist, dass wir im Gebäude des Tumorzentrums auch einen Friseurladen der besonderen Art haben. Besonders deshalb, weil Frau Legrottaglie und ihr Team sich mit „Schöne Haare“ auf das Thema Zweithaar spezialisiert haben. Eine hilfreiche und sinnvolle Ergänzung zur medizinischen Therapie, in hoher Qualität und in einfühlsamer und angenehmer Atmosphäre, über die sich gerade betroffene Frauen und Männer nicht nur freuen, sondern nach der man häufig auch richtig lange suchen muss. Bei uns in Langendreer kann man nun kompetent fündig werden. Gut so!

Als letztes will ich von einem Besuch bei der überaus aktiven Schülergruppe der Bochumer Jusos berichten, zu dem wir – Serdar Yüksel und ich – uns quasi selbst eingeladen hatten. Gerade das Engagement dieser teilweise sehr jungen, politisch interessierten und gut informierten Schüler muss gerade von uns, die wir schon lange dabei sind, nicht nur wertgeschätzt und gelobt, sondern auch unterstützt werden. Wir haben am letzten Freitag bestimmt den Grundstein für einen regelmäßigen Dialog und Austausch gelegt. Hauptthema war, wie könnte es auch für den ersten Besuch anders sein, die Bildungspolitik in NRW.