„Und jedem Anfang liegt ein Zauber inne …“ – der neue Wochenbericht ist online

Was mein Wochenbericht mit dem Zauber des Anfangs zu tun hat? Ganz einfach, heute wurde – ja auch eine neue SPD-Parteivorsitzende gewählt, nämlich Andrea Nahles, herzlichen Glückwunsch und alles Gute  – aber um sie geht es eigentlich gar nicht. Vielmehr geht es um den Bund Ruhr-Karneval und dessen Delegiertenversammlung mit Vorstandswahlen. Wie ihr vielleicht ahnt, ist der BRK „mein“ Karnevalsregionalverband, der eben seit Sonntagvormittag einen neuen Vorstand hat.

Nach 18 Jahren der Präsidentschaft hat mein karnevalistischer Freund Peter Niemann, ein ganz Großer des Bochumer Karnevals, das arbeitsintensive Ehrenamt in andere, jüngere Hände weitergegeben. Den Staffelstab übernommen hat Lothar Schwarze aus Mülheim, der bisher einer der Vizepräsidenten war. Und auch Bochum ist im neuen Regionalvorstand wieder prominent vertreten. Herzlichen Glückwunsch Bernd Lohof, der jetzt nicht nur Präsident des Festausschusses Bochumer Karneval, sondern auch Vizepräsident des BRKs ist. Peter Niemann wurde durch den Präsidenten des Bundes Deutscher Karneval Klaus-Ludwig Fess geehrt, von der Delegiertenversammlung zum Ehrenpräsidenten des BRK gewählt, und von der früheren Ministerpräsidentin Hannelore Kraft gebührend aus dem Präsidentenamt verabschiedet.

Wenn ich jetzt zurück in die Politik springe, ist das zwar ein harter „Schnitt“, aber die Fotos von der SGK-Delegiertenversammlung in Bielefeld zeigen, es gibt viel „anzupacken“. Zumindest scheint das die NRW.Bank zu glauben, die ihren Informationsstand mit einem praktischen und echt originellen Präsent ausgestattet hat. Nicht nur ein Eye-Catcher, sondern ein passender Türöffner für Gespräche. Die SGK ist übrigens die Sozialdemokratische Gemeinschaft für Kommunalpolitik. Auch hier standen Vorstandswahlen auf der Tagesordnung. Als Vorsitzender wurde Frank Baranowski, Oberbürgermeister aus Gelsenkirchen, wiedergewählt. Alle weiteren Vorstandsmitglieder, die Antragsberatung und das, was sonst noch interessiert, kann man sich auf der Homepage der SGK  anschauen.

Ohne Fotos, weil das die Schauspieler gestört hätte, aber um so wichtiger davon zu berichten: am Samstagabend hat die Premiere von „Faust“ in der Bearbeitung für das Claudius Theater stattgefunden. Es war so wunderbar, so anrührend, so fantastisch, dass ich am Ende fast geweint hätte. Nein, ehrlicherweise muss ich verraten, dass mir die Tränen in den Augen gestanden haben. Das Claudius Theater ist Teil von KuKuC – und das wiederum ist die Abkürzung für Kunst und Kultur in den Claudius-Höfen.

Das ClaudiusTHEATER – so die offizielle Schreibweise – ist ein inklusives Theater und besteht seit 2013. Es verfolgt, sehr erfolgreich, die Idee, dass jeder Mensch grundsätzlich auf der Bühne stehen kann – zumindest wenn die Bühne zum ClaudiusTHEATER gehört – und deshalb werden die Theaterstücke und die Rollen so entwickelt, dass sie zu den Fähigkeiten der Schauspieler passen. Das gelingt in so hervorragender Weise, dass man sich das einfach anschauen muss. Die meisten Schauspieler haben ein Handicap oder sogar eine schwerere Behinderung, aber das „behindert“ nicht Theater zu spielen. Ganz im Gegenteil. Die notwendige Reduktion, die Neuinterpretation der Stücke in einer Weise, dass sie zu den individuellen Fähigkeiten passen, eröffnen einen anderen Blick, weiten den Horizont, öffnen Seiten, die man sonst vielleicht gar nicht erkannt hätte. Ich bin – wie man lesen kann – einfach nur begeistert.

Seit 2014 wird übrigens Theater gespielt, und seitdem darf ich die Schirmherrin dieses wunderbaren Projekts sein. Natürlich gibt es auch nach jeder Premiere eine fröhliche Premierenfeier. Am Samstagsabend, bei hochsommerlichen Temperaturen, fand die natürlich draußen statt. Davon habe ich allerdings ein Foto, und das zeige ich sehr gerne!

Und mindestens genauso gerne zeige ich euch ein Foto von einem „Geburtstagskind“, die in der Nacht von Samstag auf Sonntag in ihren 55 Geburtstag mit vielen Gästen reingefeiert hat. Herzlichen Glückwunsch liebe Kornelia Jöcker und alles Gute für die Zukunft. Und schön, dass wir uns kennen gelernt haben. Freundschaft entsteht manchmal ganz durch Zufall. Oder etwa doch nicht?! Detlev Jöcker, Kornelias Mann und der Kinderliedermacher schlechthin – wer kennt von euch nicht den Regenbogenfisch – würde wahrscheinlich nicht von Zufall sprechen. Und ich glaube, er hat Recht.

Ein weiteres großes Ereignis der letzten Woche, das in meinem Wochenbericht nicht fehlen darf, ist das Jubiläum der Rudolf Steiner Schule bei uns in Bochum-Langendreer. Im April vor 60 Jahren öffneten sich die Türen und die ersten 147 Schülerinnen und Schüler konnten an der neuen Schule starten. Die RSS, wie sie sich selbst abkürzt, war übrigens die erste Waldorf-Schule im Ruhrgebiet nach dem Krieg, und von Bochum-Langendreer gingen in diesen langen 60 Jahren viele Impulse aus. Nicht nur bildungspolitische! Doch das kann man in meiner Rede, die ich halten durfte, nachlesen.

Seit vielen Jahren schon habe ich einen guten und engen Kontakt zur Steiner Schule, und habe sogar schon bei Fachtagungen mitgewirkt. Deshalb war mein Besuch bei der großen Jubiläumsveranstaltung ein Besuch bei Freunden. Bezirksbürgermeisterin Andrea Busche aus dem Bochumer Osten, Bildungsministerin Yvonne Gebauer, die aber nicht lange bleiben konnte, ich selbst, und viele weitere Ehrengäste haben an diesem Vormittag die Verdienste der Schule gewürdigt, zugleich die musikalischen Darbietungen genossen, und gerne zugehört, was die Ehemaligen zu erzählen hatten. Alles Gute für die Zukunft liebe RSS!

Und da wir gerade bei uns im Bochumer Osten sind, können wir auch noch ein weiteres Foto lang dabei bleiben. Am Donnerstag hat mich eine Gruppe der Willy-Brandt-Gesamtschule aus Bochum-Werne besucht. Selten habe ich eine so spannende und in die Tiefe gehende Diskussion erlebt, wie mit diesen 30 jungen Frauen und Männern, die die Jahrgangsstufe 9 besuchen. Einige Themen wurden aufgrund der Zeit nur angerissen. Deshalb haben mich die Schülerinnen und Schüler (!!) ganz spontan gefragt, ob ich denn nicht in ihre Schule kommen könnte, damit wir weiter miteinander reden können. Darüber habe ich mich riesig gefreut. Ich komme gerne! Keine Frage! Danke für die Einladung.

Eine Würdigung und Ehrung anderer Art als beim 60-jährigen Schuljubiläum konnte ich am selben Tag, allerdings abends in Mönchengladbach miterleben. Dort wurde der Benediktpreis Mönchengladbach an Dunja Hayali verliehen. Die Laudatio, eine ganz hervorragende und aussagestarke Laudatio, hielt Hans Leyendecker. Ich hoffe sehr, dass sie bald auf der Homepage des Benediktpreises veröffentlicht wird. Denn es lohnt sich, sie noch einmal, oder eben auch zum ersten Mal zu lesen. Denn die Laudatio macht deutlich und ordnete ein, warum Dunja Hayali den Benediktpreis verliehen bekommen hat.

Dunja Hayali erhält den Benediktpreis von Mönchengladbach – so die Begründung des Kuratoriums, dem ich seit einigen Jahren angehöre – aufgrund ihres couragierten und vorbildlichen Eintretens für eine tolerante und weltoffene Gesellschaft. Die Journalistin zeigt stets Gesicht und Haltung, engagiere sich gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Diskriminierung. Und sie erhält genau dafür unzählige Schmähungen, sieht sich mit unglaublichen Hassreaktionen und Drohungen im Netz, per Brief und sogar im persönlich Austausch konfrontiert. Aber all das ist für sie eher Grund, noch deutlicher zu werden, als etwa leiser zu agieren. Wenn jemand diese Auszeichnung verdient hat, dann ganz bestimmt Dunja Hayali. Auch hier herzlichen Glückwunsch und vor allem Danke! Menschen wie Dunja Hayali braucht unsere Gesellschaft!

Musikalisch wurde der Benediktpreis durch das Opernstudio Niederrhein, genauer gesagt durch vier junge Opernsängerinnen und Opernsänger begleitet, die Leonard Bernstein in einer Weise dargeboten und interpretiert haben, wie man ihn auch nicht alle Tage hört. Vielen Dank!

Und damit ist mein neuer Wochenbericht auch schon fertig. Klar gäbe es noch von Ausschuss-Sitzungen, Anhörungen – eine ganz spannende im Ausschuss für Schule und Bildung zum Themenkomplex Cybermobbing und Cybergewalt, Terminen in meinem Wahlkreis, Fraktionssitzungen – wir wählen unseren neuen Fraktionsvorsitzenden am kommenden Dienstag, Gesprächen und wichtigen politischen Themen zu berichten. Aber … mein Wochenbericht soll ja kein Roman werden. Oder, vielleicht doch? Nach fast neun Jahren – im August ist es soweit, dann sind die neun Jahre vollendet – in denen ich Sonntag für Sonntag Wochenberichte schreibe, wäre das durchaus eine Überlegung wert. Material gibt es inzwischen ja ausreichend.