Was ist mit unseren Bienen los?

Am 04. Mai 2018 luden die Bochumer Landtagsabgeordneten Carina Gödecke, Serdar Yüksel und Karsten Rudolph in den Stadtverband Bochum der Kleingärtner e.V. ein, um über Ursachen und Auswirkungen des Bienen- und Insektensterbens zu diskutieren. Die drei Landtagabgeordneten wollen sich dem aktuellen und brisanten Thema mit dieser ersten Veranstaltung nähern, um gemeinsam mit den Bochumern in einen offenen Diskussionsprozess einzusteigen.

Nach einem Grußwort von Serdar Yüksel erläuterte Andreas Le Claire, Imker und Tierwirtschaftsmeister im Fachbereich Bienenhaltung, in seinem Vortrag neben der Geschichte der Imkerei insbesondere Körperbau, Verhalten und Vielfalt der heimischen Bienenarten, um anschließend auf die Bedrohungen durch Umwelteinflüsse einzugehen.

„Die Hauptursache für Bienenschäden ist der Mensch.“

Le Claire sieht die Biene durch diverse Faktoren gefährdet. Das Ende April von der Europäischen Union beschlossene Verbot dreier Pestizide aus der Gruppe der Neonicotinoide sei ein richtiger Schritt, man müsse jedoch auch weitere Entwicklungen in den Blick nehmen, die den heimischen Bienenarten Nahrungsquellen und Lebensraum nehmen. Die Bebauung von Brachflächen oder das Abholzen von blühenden Bäumen – etwa Linden oder Esskastanien zugunsten von Platanen – kritisierte Le Claire als städtebauliche Maßnahmen, die gerade Wildbienen Nist- und Futtermöglichkeiten nehmen.

„Schafft mehr Nahrungsquellen für Honigbienen!“, appellierte der Imker schließlich an die rund 60 anwesenden Gäste und die Vertreter aus Landespolitik und Stadtverwaltung. Heimische Blütenpflanzen und Insektenhotels im eigenen Garten, Linden oder Esskastanien am Straßenrand und Wildblumenwiesen helfen den hiesigen Bienenarten und damit dem ganzen Ökosystem.

Das Publikum zeigte sich sehr diskussionsfreudig und um das Bienenwohl bemüht. Im Austausch mit Le Claire und den Landtagsabgeordneten wurde dabei die Rolle der Landwirtschaft ebenso in den Blick genommen wie die Verantwortung der Kommunen und Gemeinden, Hobbygärtnern und Imkern gegenüber der heimischen Flora und Fauna. Die Diskussion machte zudem die Kontroversen innerhalb der Forschung hinsichtlich der Gefährdung von Insekten deutlich und zeigte, dass weitere Studien nötig sein werden.

In seinem Schlusswort lud der Landtagsabgeordnete Karsten Rudolph nochmals ein, in den Dialog mit Politik, Landwirtschaft, Verbänden und weiteren Experten zu treten. Die Landtagsabgeordneten zeigen sich nach der Veranstaltung zufrieden: „Gemeinsam mit den Bochumern werden wir uns für die Artenvielfalt der heimischen Pflanzen- und Tierwelt starkmachen.“