Dülmen, Düsseldorf, Stuttgart, Hamm und natürlich Bochum – der neue Wochenbericht ist fertig!

Wer mich oder meine Wochenberichte kennt, der weiß, dass ich mit großer Begeisterung als Vizepräsidentin in Nordrhein-Westfalen – also als Repräsentantin des Landtags – Schulen besuche. Und nicht nur ich bin an den verschiedenen Schulen in unserem Land unterwegs, nein auch das komplette Präsidium kann sich immer wieder für diese Form der Demokratiewerbung begeistern.

Am letzten Montag habe ich in Dülmen, bei und mit meinem SPD-Kollegen André Stinka, gleich zwei Schulen in seinem Wahlkreis Coesfeld II besucht. Gestartet sind wir in der Anna-Katharina-Emmerick Grundschule, wo wir das Schülerparlament getroffen haben. Vertreter der Klassen 1-4 (!) haben mit mir diskutiert, aber auch den beiden örtlichen Abgeordneten Andre Stinka und Dietmar Panske, Fragen gestellt. Ich bin fest davon überzeugt, es war für beide Seiten spannend und sicherlich auch lehrreich.

Denn Demokratie und vor allem die aktive Beteiligung daran ist eben keine Frage des Alters. Das wurde in der Grundschule ganz deutlich. Die Arbeitsweise unseres Parlaments und die des Schülerparlaments unterschieden sich dem Grunde nach nämlich kaum. Nur über Spielgeräte für den Schulhof entscheiden wir in Düsseldorf seltener bis gar nicht. Aber sonst …

Nach der Grundschule ging es dann ein paar Meter weiter zur Kardinal-von-Gahlen-Schule. Dort haben wir Schüler der Jahrgangsstufe 9 getroffen, die mit mir über Politik, Demokratie, die Geschichte des Landtags, verschiedene sie interessierende Bereiche wie Umweltschutz, Dieselskandal, Integrations- und Inklusionspolitik, aber vor allem auch über ihre eigene Zukunft und ihre Perspektiven als Hauptschüler diskutiert haben.

Auch hier haben wir Abgeordneten – das war an den Reaktionen zu merken – deutlich machen können, dass unsere Gesellschaft nur funktioniert, wenn Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und sich selbst einzubringen. Natürlich kann man das, unabhängig vom Alter, an vielen Stellen und bei vielen Organisationen und Vereinen tun, nicht nur in der Politik. Auch das war Gegenstand unseres Besuchs. Und wer weiß, vielleicht haben wir an dieser Schule sogar einen zukünftigen Politiker, einen zukünftige Politikerin kennen gelernt?!

Weiter ging es dann nach Lüdinghausen, wo mir Andre Stinka die Burg Vischering gezeigt hat. Erst Anfang des Jahres konnte dieses wirklich empfehlenswerte Ausflugsziel, in dem man auch hervorragend tagen kann, nach seiner Renovierung und Sanierung wiedereröffnet werden. Aus alt mach wunderbar neu, ohne allerdings den Charakter und die ursprüngliche Funktion der Burg zu verändern, so lautet das berechtigte Fazit, um die letzten eineinhalb Jahre und das Finanzvolumen von rund 10 Millionen zu beschreiben. Die Sanierung der Burg ist Teil des Regionalprojekts 2016 und gehört zugleich zum Teilprojekt „WasserBurgenWelt“.

Doch, was soll ich lange berichten? Schaut einfach – quasi zum Appetitholen – die Bilder an und fahrt dann selbst nach Lüdinghausen. Die Burg Vischering bildet übrigens mit der Nachbarburg Lüdinghausen eine gemeinsame Wander- und Erlebnisroute. Und wer noch mehr möchte: im Münsterland gibt es die 100-Schlösser-Route, die ihren Namen ganz zu Recht trägt.

Ohne eigene Fotos, aber auf jeden Fall ganz wichtig im Wochenbericht zu erwähnen, ist die Gedenkveranstaltung am letzten Dienstag in der Staatskanzlei mit der Familie Genc aus Solingen. Am 29. Mai vor 25 Jahren wurde in einem barbarischen Akt von Fremdenfeindlichkeit und Hass das Wohnhaus der Familie Genc in Solingen angesteckt. Fünf Mitglieder der Familie, junge Frauen und Mädchen, starben in den Flammen, weitere Familienmitglieder wurden teils schwer verletzt. Niemals darf dieses schreckliche Ereignis, das die Stadt, das Land, aber vor allem die Familie unwiderruflich verändert und geprägt hat, in Vergessenheit geraten.

Mevlüde Genc, die ihre Töchter, Enkeltöchter und ihre Nichte verloren hat, ist eine bewundernswerte Frau, mit einem großen Herz, die stets zur Mitmenschlichkeit und zur Versöhnung aufgerufen hat. Sie kann uns allen ein Vorbild sein. Und das weit über das Gedenken hinaus.

Während die einen am Fronleichnamsfeiertag in der Kirche und vielleicht bei einer Fronleichnamsprozession waren, andere einfach nur den Feiertag genossen haben, wieder andere – zum Beispiel die Niedersachsen als evangelisches Bundesland – gar keinen Feiertag hatten, hat sich das Kuratorium „Haus der Geschichte“ – das parlamentarische Gremium zur Begleitung der Arbeiten an einem Haus der Landesgeschichte Nordrhein-Westfalen – auf den Weg nach Stuttgart gemacht. Dort gibt es ja bekanntlich das bislang einzige Haus der (Landes-)Geschichte. In Stuttgart war es nicht nur spannend und interessant, sondern ich bin sicher, dass wir viele Anregungen mit nach Hause, sprich nach Düsseldorf nehmen konnten. Dabei ist uns rasch klar geworden, wir werden unseren ganz eigenen nordrhein-westfälischen Weg finden und gehen müssen. Eine Kopie des Stuttgarter Museum wäre nicht das Richtige. Aber die Anregungen aus Stuttgart sind sehr wichtig. Und zum Schluss, bevor uns die Bahn wieder nach NRW gebracht hat, blieb sogar noch ein wenig Zeit, die relativ neue, noch kleine, aber sehenswerte Stauffenberg-Erinnerungsstätte anzuschauen.

Am Samstag habe ich, das darf ich mit Recht sagen – wieder einmal – den Künstler Otmar Alt in seiner Stiftung und in seinem Refugium in Hamm besucht. Heute will ich euch das Trauzimmer im Gebäude der Otmar-Alt-Stiftung, den wunderbaren Flügel, den er vor vielen Jahren gestaltet und der in einer kleinen Unikatsauflage auch hergestellt wurde, und einen ungewöhnlichen Blick in seinen Skulpturenpark zeigen. Wer also an einem ungewöhnlichen und sehr farbenfrohen Ort heiraten möchte, findet seit einigen Monaten in Hamm seinen Hochzeitsort.

Ganz allgemein kann ich nur immer wieder sagen: die Kunst von Otmar Alt ist nicht nur bunt und fröhlich, sondern zugleich sehr nachdenklich und vielleicht gerade aufgrund der Leichtigkeit so eindrucksvoll und ausdrucksstark. Wer sich selbst überzeugen möchte: Otmar Alt und seine Stiftung freuen sich über jeden Besuch. Und wenn man Glück hat, trifft man Otmar Alt sogar persönlich an.

Zum Abschluss, und weil es immer etwas Besonderes ist wenn der großartige Bermuda-Talk seinen angestammten Ort – das Kneipen-Restaurant Mandragora im Bermuda3eck – verlässt, ein paar Bilder vom heutigen Sonntag. Der 19. Bermuda-Talk als Frühsommer-Talk im Freien und das mit toller Resonanz und interessanten und spannenden Gästen.

Michael Wurst und Oliver Bartkowski sind in der Tat wieder zu Moderatoren- und Talk-Hochform aufgelaufen. Ihre Gäste, unter anderem Christian Stratmann vom Mondpalast, Ata Lameck die VfL-Legende schlechthin, Anthony Arndt einer der bekannten Bochumer Schauspieler, Jo Hartmann Bochumer Kultsänger, und als Überraschungsgast Herman Gerland – Bochumer durch und durch, obwohl er bereits gefühlte 100 Jahre Co-Trainer bei Bayern München ist – haben es ihnen aber auch wieder einmal leicht gemacht. Oder, machen Michael und Oliver es umgekehrt ihren Gästen leicht?

Nun, wie auch immer: der Bermuda-Talk ist erste Sahne. Egal ob drinnen oder draußen. Kommt doch einfach beim nächsten Mal dazu. Vielleicht treffen wir uns dann auch persönlich!