Bänke raus, Bürgerwoche, Deutsche Karate-Meisterschaften, Besuchergruppen … alles im neuen Wochenbericht nachzulesen

Wenn der Leiter des katholischen und der Leiter des evangelischen Büros gemeinsam im Land unterwegs sind, dann muss es sich schon um einen besonderen Termin handeln. Richtig! Und genau der hat am Montag in Bochum stattgefunden.

Dr. Antonius Hamers und Dr. Thomas Weckelmann haben nämlich Serdar Yüksel und mich in unserer Heimatstadt, in Bochum, besucht. Vor langer Zeit besprochen, hat es jetzt endlich auch wirklich geklappt. Besuch von Außerhalb, die Bochum so gar nicht kennen, was zeigt man da? Diese Frage haben wir uns natürlich gestellt, aber auch die Antwort rasch gefunden. Nacheinander haben wir sie in das einmalige Anneliese Brost Musikforum Ruhr, zu der Currywurst-Kultbude schlechthin am Union-Kino, zur Kirche der Kulturen – der Christuskirche – und zum Platz des Europäischen Versprechens geführt. Nirgendwo hat die Zeit so richtig gereicht, um Historischen und Aktuelles ausführlich zu berichten und ausreichend zu würdigen. Denn, das absolute Highlight – der Besuch im Businessclub des Exzenterhauses im  20. Stock mit einem fantastischen Blick über Bochum und bis tief in die Nachbarstädte hinein – stand ja noch bevor, und durfte nicht verpasst werden.

Ob ihr das jetzt glaubt oder nicht, aber in der Vorbereitung eines solchen Besuchs lernt man selbst auch noch einmal richtig viel über die Geschichte der eigenen Stadt. Und die ist ganz schön spannend, kann ich euch sagen. Vielleicht animieren die Fotos von unserem Besuch und unserer Tour durch die Bochumer Innenstadt auch euch, ein wenig auf Entdeckungsreise in Bochum zu gehen.

Besuch ist das passende Stichwort für gleich drei ganz verschiedene Ereignisse der letzten Woche. Am letzten Dienstag haben der Essener und der Kölner Generalkonsul der Türkei gemeinsam einen Antrittsbesuch beim Landtagspräsidenten gemacht. Als Vorsitzende der Parlamentariergruppe NRW-Türkei habe ich daran teilgenommen. Beide Generalkonsule sind ja erst seit diesem Jahr im Amt und damit noch recht neu in Nordrhein-Westfalen. Ein offizieller Antrittsbesuch eignet sich daher  – im Unterschied zu den Begegnungen, die wir bereits als Parlamentariergruppe mit ihnen hatten – nicht zu sehr kontroversen Diskussionen. Bemerkenswert war, dass wir uns zum Thema Städtepartnerschaften und ihr Bedeutung sogar gut austauschen konnten. Das macht Hoffnung, dass nicht alle Kontakte aufgrund der schwierigen innenpolitischen Situation in der Türkei abgebrochen werden (sollen), denn gerade darunter leiden die deutsch-türkischen Partnerschaften im Moment enorm.

Der zweite Besuch war die Leserfahrt, die der Stadtspiegel Bochum auf Einladung meines Bochumer Kollegen Dr. Karsten Rudolph und mir, ausgeschrieben hatte. Innerhalb ganz kurzer Zeit war die Fahrt ausgebucht, sogar eine nicht ganz kurze Warteliste wurde aufgelegt. Interessant war dann für uns Abgeordnete zu sehen, dass so viele Bochumerinnen und Bochumer den Landtag besuchen wollten, mit dem tollen blauen Bochum Bus nach Düsseldorf gefahren sind, die Führungen mitgemacht und intensiv mit uns diskutiert haben, aber anschließend dann doch nicht auf ein gemeinsames Foto wollten. Die Europäische Datenschutzgrundverordnung sensibilisiert offensichtlich sehr stark.

Stichwort Besuch, zum dritten. Zum wiederholten Mal hat die Lessingschule, ein Gymnasium aus meinem Wahlkreis, mit der kompletten Jahrgangsstufe 9 den Landtag besucht. Rund 100 Schülerinnen und Schüler auf einmal, das ist für ein Gespräch mit der örtlichen Abgeordneten schon eine Herausforderung. Auch wenn nicht alle Fragen gestellt, und vielleicht die gestellten Fragen nicht intensiver diskutiert werden konnten, war die Spannbreite des Interesses schon beachtlich. Kommunalpolitische Themen aus dem Bochumer Osten waren für die Schüler genauso spannend, wie die Frage nach der Wiedereinführung von G9, nach dem bedingungslosen Grundeinkommen, der Digitalisierung als Veränderung all unserer Lebensbereiche, oder der Frage, warum man in der Schule – und jetzt kommt ein fast wörtliches Schülerzitat – „so viel Zeug lernen muss, was man nicht braucht. Aber kaum ausreichend Dinge erfährt, die einem im Leben wirklich weiterhelfen“. Meine Nachfrage ergab, dass Gedichte als das „Verzichtbare“, Steuererklärungen oder Bewerbungen aber als das „Hilfreiche“ gemeint waren. Wer jetzt glaubt, die Frage hätte mich für den Moment aus der Ruhe gebracht, der irrt. Wie gut, dass ich mich ein wenig im Bereich Poetry Slam auskenne und auch sonst viel von Gedichten halte. Wir haben übrigens ausgehend von dieser Frage etwas länger über Ganztag, eine ganz andere Rhythmisierung als heute, Angebote außerhalb des klassischen Unterrichts, Projektbezogenheit, multiprofessionelle Teams an Schule …  und vieles mehr diskutiert.

Meine persönliche Premiere als Vortragende bei Zonta – einem weltweit organisiertem Zusammenschluss von berufstätigen Frauen in verantwortlicher Position – fand ebenfalls in der letzten Woche statt. Die Vorsitzende des Bochumer Clubs, Snezana Curucija, die ich über die SPD kenne, hatte mich zum Abschluss ihrer Zeit als Präsidentin eingeladen, zum Thema „Frauen in der Politik“ zu  referieren. Da kenne ich mich nicht nur gut aus, sondern bin sicherlich auch eine der Frauen, die eine ganze Menge eigener Erfahrungen beisteuern können.

Viel Erfahrung habe ich mittlerweile auch als Schirmherrin der Deutschen Karate Meisterschaften des DJKB, die zum sechsten Mal in Folge in Bochum ausgetragen und ausgerichtet wurden. Meiner Meinung nach hat sich Bochum alleine dadurch bereits zur heimlichen Karate-Hauptstadt Deutschlands entwickelt. Und wie immer hat der großartige Karateverein in Wattenscheid – Okinawa-te – mit Klaus Wiegand an der Spitze nicht nur die Deutschen Meisterschaften fröhlich-routiniert und hochprofessionell vorbereitet, sondern sie haben wieder für eine wunderbar familiäre Atmosphäre gesorgt, in der sich einfach alle angereisten Gäste, Aktiven, Trainer und Betreuer richtig wohl fühlen. Danke an Okinawa-te.

Und dann ist da noch der Start in die Bürgerwoche im Bochumer Osten. Die Bürgerwoche ist ein großes, mehrtägiges Fest bei uns im Stadtbezirk von Bürgern für Bürger. Die Vielfalt der Aktivitäten spiegelt das Programm wider, an dem sich Schulen, Kitas, Vereine, Werbegemeinschaften, Einzelpersonen und natürlich – neben noch viel mehr anderen – auch ganz intensiv die Bezirksvertretung Bochum-Ost beteiligt.

Am Samstag hat Bezirksbürgermeisterin Andrea Busche die 41. (!) Bürgerwoche gemeinsam mit Bürgermeisterin Gaby Schäfer und ihrem Bezirksbürgermeister-Kollegen Manfred Molzich aus Wattenscheid eröffnet. Allen Wettervorhersagen zum Trotz hat es den ganzen Tag über weder geregnet, noch gewittert. Das war vor allem für den Klettergarten, den die Stadtwerke am Ümminger See aufgebaut hatten, einfach toll. Die vielen Kinder und Jugendlichen hat es auf jeden Fall gefreut. Und auch einer unserer Enkelsöhne hat den schwierigen Parcours mit Bravour gemeistert.

Heute am Sonntag war die SPD Bochum Ost den ganzen Tag aktiv bei „Bänke raus“ beteiligt. Da wir Parteien, na ja zumindest die meisten, uns immer zurückhaltend beteiligen – wir sind dabei, aber wir werben nicht parteipolitisch – haben wir SPD´ler einen WM-Tipp-Wettbewerb angeboten, und einen Tischkicker zum Einsatz gebracht. Es hat übrigens fast den ganzen Tag gedauert, bis der „Fehler“ auf unserem Tippschein entdeckt wurde. Seid ihr schneller?

Ach ja, am frühen Nachmittag habe ich als örtliche Landtagsabgeordnete zusätzlich noch etliche Gespräche zum Thema „Insekten- und Bienenretter gesucht“ geführt und viele, viele Tüten mit Samen für Wildbienen- und Schmetterlingsblumen samt Informationen verteilt. Damit habe ich mich an diesem Sonntag an der Fraktionsaktion „Bienen und Insekten schützen“ beteiligt. Wenn mit diesem Samen wirklich die ein oder andere klitzekleine Blumenwiese entstände, würde ich mich sehr freuen. Und die Insekten und Bienen erst!

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