Da ist ein Licht ganz am Ende des Tunnels, und Elvis lebt doch … und hier ist der aktuelle Wochenbericht

Neben dem Plenum – dazu später etwas mehr – war das Jubiläum des schnellsten, rasantesten, am längsten an einem Ort in Deutschland gespielten Musicals, das absolute Highlight der letzten Woche. 30 Jahre Starlight Express!  Und mein Mann war wirklich von der ersten Stunde an dabei. Herzlichen Glückwunsch an alle, die über Jahre und Jahrzehnte an diesem Erfolg beteiligt waren und sind.

Pünktlich zum 30. Geburtstag hat das Musical von seinem „Vater“ Andrew Lloyd Webber eine regelrechte Frischzellenkur verpasst bekommen. Neue Figuren, weibliche Loks und Wagen mit starkem Charakter, neue Kostüme, neue Perücken, neue Lieder, neue Lichteffekte, viele weitere technische Veränderungen, ein in Teilen geändertes Bühnenbild, ein etwas anderer Anfang zwischen Rusty und Pearl, und vor allem aus der alten Lok „Papa“ wurde eine „Mama“ … Natürlich sind das längst nicht alle Veränderungen bei doch – und diese Beständigkeit muss einfach sein – gleich bleibender Story und Grundaussage: „Glaube an dich selbst und deine Stärke, dann kannst du (fast) alles schaffen!“

Es war großartig und grandios! Die Premiere des neuen, alten Stücks hat sich zu einer großem, begeisterten und fröhlichen Familienfest und Treffen der Starlight-Fans entwickelt. Und wir, Heinz-Martin und ich, waren mittendrin. Nun ja, diesmal war ich „nur“ Begleitung meines Mannes, aber sehr froh, dabei sein zu dürfen. Und wer kann, sollte sich das verjüngte und zeitgemäß weiterentwickelte Musical unbedingt anschauen. Es macht Spaß!

Ob unsere Jugendlandtagsteilnehmer auch gerne dabei gewesen wären? Und ob ihnen ein Musical auf Rollschuhen überhaupt gefällt? Wer weiß? Aber auf jeden Fall sie sind schon ganz gespannt, was sie alles erwarten wird, wenn sie für drei Tage unsere Abgeordnetenplätze in Düsseldorf einnehmen. Noch etwas mehr als eine Woche und dann ist es soweit. Der Jugendlandtag erobert dann für drei Tage das Parlamentsgebäude am Rhein. Hier gibt es mehr Infos zum Jugendlandtag. Und wenn ihr jemanden kennt, der auch einmal teilnehmen möchte, dann meldet euch einfach. Leyla, Tim und Lars – die diesjährigen Teilnehmer am Jugendlandtag – sind jedenfalls „würdige“ und kompetente Vertretungen, davon konnten wir uns am letzten Montag bei einem Treffen im Bermuda3eck überzeugen. Was die Drei Ende Juni konkret erwartet, wie das Programm aussieht, findet ihr hier.

Dass der Landtag immer wieder gerne besucht wird, manches ganz anders abläuft als man sich das vorstellt, und dass Abgeordnete einen richtig anstrengenden Arbeitsalltag haben, davon konnten sich nicht nur die Vorständler aus dem Stadtverband der Bochumer Kleingärtner, sondern auch aktive Mitglieder des Wattenscheider Karatevereins Okinawa te e.V. überzeugen. Beide Gruppen haben mich, bzw. uns Bochumer Abgeordnete nämlich in der letzten Woche besucht, uns über die Schulter geblickt, eine Plenarsitzung verfolgt, und munter mit uns diskutiert.

Dabei waren vor allem die Veränderungen, die seit dem Einzug der AfD  in den Landtag erfolgt sind, ein gefragtes Thema. Einige der aus meiner Sicht fragwürdigen und eindeutig abzulehnenden Redebeiträge der letzten Woche haben auch auf der Besuchertribüne, zumindest bei meinen Besuchergruppen für viele Fragezeichen, Irritationen und Ablehnung gesorgt. Mein Wochenbericht ist bestimmt nicht der Ort und die Gelegenheit, sich darüber intensiver auszutauschen. Aber wer sich dafür interessiert, sollte unbedingt mit mir Kontakt aufnehmen. Ich tausche mich gerne dazu aus und erzähle einfach einmal anhand von realen Beispielen, wie es bei uns im Plenarsaal zugeht, was anders geworden ist, und warum mich mir große Sorgen mache.

Vielleicht nur so viel: die Debatte zur Einführung eines Antisemitismusbeauftragten auch in Nordrhein-Westfalen, die am Donnerstag stattgefunden hat, ist ein Beispiel für das, was ich meine. Ich selbst durfte in der so genannten zweiten Runde für meine Fraktion reden. Dabei ging es mir vor allem darum, die unsäglichen Beiträge der Abgeordneten der AfD einzuordnen, mich deutlich für das Parlament  gegen diese Form der verdrehenden Debatte zu wehren, und mit den Mitteln, die uns zur Verfügung stehen – eben mit dem Wort und der unmissverständlich klaren Sprache – Gegenwehr zu leisten. Der lange Beifall am Ende meines Beitrags zeigte, es ist mir gelungen. Die komplette Plenarsitzung kann man sich unter diesem Link ansehen. Mein Beitrag beginnt ungefähr um 12:24 Uhr. Und der Tagesordnungspunkt startet insgesamt bei 11:26 Uhr.

Als Fazit bleibt, die Plenarwoche war nicht wie immer, weil sie zu viele, nicht zu ignorierende, verdrehende und aggressive, populistische und in Richtung Rechtsnationalismus und Rassismus gehende Wortbeiträge geboten hat. Meine Sorge nach dieser Woche lautet, das wird so bleiben. Meine Hoffnung aber kann ich so beschreiben, dass hoffentlich immer mehr Menschen erkennen, dass eine angebliche Alternative manchmal, und in diesem Fall ganz bestimmt, keine Alternative ist und sein kann.

Ihr merkt, die Plenarwoche hat mich stark beschäftigt. Doch auch in Bochum war jede Menge los. Das Ehrenfeld – der angesagte, hippe, sich selbst neu erfunden habende Stadtteil in der Bochumer Innenstadt – hat zu seinem ersten Stadtteilfest eingeladen. Da wir als Partei und vor allem auch wir Abgeordneten unsere Büros mitten im Ehrenfeld haben, war es „natürlich“ Ehrensache, dass wir ebenfalls dabei waren. Ohne parteipolitisches Material, aber mit einer Stadtteil-Erkundungsrallye für die Kinder. Ein Erinnerungsfoto vor „unserem“ Baum im Ehrenfeld, den wir nach dem großen Sturm an Pfingsten 2015  im Rahmen der SPD-Aktion „Bäume für Bochum“ gepflanzt haben und der wunderbar gewachsen ist, musste einfach sein.

Nachmittags hat – neben vielen anderen Stadtteilfesten und Veranstaltungen – das Fußball-Länderspiel Deutschland gegen Serbien des Deutschen Gehörlosen Sportverband im Lohrheidestadion in Bochum-Wattenscheid stattgefunden. Es war spannend zu sehen, wie Fußball, der ja manchmal durchaus aufs Hören angewiesen ist, funktioniert, wenn statt der Sprache und der Pfeife des Schiedsrichters mindestens ergänzend, wenn nicht sogar ersetzend, Fahnen eingesetzt werden. Und, was soll ich sagen … Fußball funktioniert eben wie immer! Warum auch nicht?!

Abends waren wir dann – ganz privat – wieder einmal in unserem Lieblingsvarieté, im Varieté et cetera, bei uns in Bochum. Unmittelbar bevor das Varieté sich in seine wohlverdiente Sommerpause verabschiedet, haben wir noch die rasante, schwungvolle und musikalisch wie artistisch beeindruckende Show gesehen, die dort bis gerade eben aufgeführt wurde, nämlich die Show „Rockabilly Club“.

Es war: unbeschreiblich toll! Und das Unglaublichste? Elvis lebt! Nun ja, zugegeben nur auf der Bühne des Varietés, aber immerhin! Er lebt! Und er hat das Publikum zum Mitsingen und zu Standing Ovation gebracht.

Am heutigen Sonntag stand der Familientag im Tierpark Bochum im Kalender. Der Familientag ist immer ein ganz großes Ereignis, denn nicht nur, dass mehr als 20 Vereine und Organisationen Mitmachaktionen, Informationen und Gespräch rund ums Thema Familie, und ein Kinderprogramm anbieten. Nein Kinder und Kiddies bis 17 Jahre haben an diesem Tag sogar freien Eintritt. Dass der Tierpark darauf hin richtig gut besucht war, könnt ihr euch sicherlich vorstellen.

Politiker waren auch da, und das nicht etwa pflichtbewusst, sondern gerne, in Verbundenheit mit dem Tierpark und mit großer Freude. Und wie so oft, man trifft die Sozialdemokraten aus Rat, Land und Bund. Nach allen anderen schaut man zwar, aber vergebens.

Und der Sonntag ist noch lange nicht terminfrei. Gleich geht es zum großen Sommerkonzert des Polizeichors, anschließend hoffe ich (!!), noch die zweite Halbzeit des Auftaktspiels der Deutschen Nationalmannschaft sehen zu können, und den Abschluss stellt dann der Besuch im Thürmer-Saal dar, der heute ebenfalls ein 30-jähriges Jubiläum feiern kann.