Jugendlandtag, Bergmanns- und Knappentag, NRW-Fest in Berlin, WM mit vielen Überraschungen, nicht nur mit dem Aus für Deutschland – der neue Wochenbericht ist online

Das traurigste zuerst: die deutsche Nationalmannschaft ist bei der WM bereits in der Vorrunde ausgeschieden. Ich will gar nicht versuchen, den unzähligen Kommentaren, Analysen und Erklärungen meinen eigenen Senf dazu zu geben. Aber ich erwähne das, weil die wunderbare, übergroße Deutschlandfahne meiner Nachbarn, auf die ich beim Blick aus meinem Arbeitszimmer schauen konnte, bereits am späten Mittwochnachmittag, drei Minuten nach Spielende (!), eingeholt war. Schade eigentlich, ich hatte mich gerade an diesen besonderen Ausblick gewöhnt.

Und gerade eben geht das „Favoriten-Sterben“ weiter. Russland hat Spanien im Elfmeterschießen geschlagen und steht im Viertelfinale. Wer hätte das gedacht. Warten wir mal ab, was später noch passiert. Und wer es wissen will: ich drücke den Dänen die Daumen. Das bin ich schon meinem Bruder, der seit 1986 dort lebt, und seiner ganzen Familie „schuldig“.

Bevor ich zum Jugendlandtag und dem 13. Deutschen Bergmanns-, Hütten- und Knappentag komme, will ich wenigstens stakkato-artig mitteilen:  Montag habe ich die Anne-Frank-Realschule in meinem Wahlkreis besucht, und mit dem 9. Jahrgang, auf Einladung des Sowi-Kurses dieser Jahrgangsstufe der im Februar den Landtag besucht hatte, über wichtige Zukunftsfragen diskutiert.

Am Dienstag ging es nach Berlin zum Sommerfest in der NRW-Landesvertretung. Voll war es und heiß, und die Begrüßung des Ministerpräsidenten und auch die der Kanzlerin waren doch erstaunlich einseitig parteipolitisch. Schade eigentlich, denn immerhin ist es ein Fest für und von ganz NRW. Das war dann doch etwas „schwach“. Übrigens ganz im Unterschied zu unserer Kollegin Lisa Kapteinat, die sich – nach anfänglichem Zögern – hervorragend und absolut „stark“ beim Kickern geschlagen hat. Natürlich hat sie gemeinsam mit ihrem Kicker-Partner gewonnen.

Mittwoch haben wir dann alle gesehen, dass die Nationalmannschaft offensichtlich keine echte Mannschaft mehr war. Schade und traurig. Am Donnerstag haben wir im Landtag eine besondere Ausstellung zum Grundgesetz eröffnet. 70 Jahre Grundgesetz waren der Anlass, dass viele, viele Künstlerinnen und Künstler die verschiedenen Artikel des Grundgesetzes in Kunstwerke umgesetzt haben. Echt sehenswert. Und toll, dass diesmal einige SPD-Kollegen gemeinsam mit mir zusammen bei der Ausstellungseröffnung waren.

Ab Donnerstag haben 199 junge Frauen und Männer den Landtag im Sturm erobert. Der Jugendlandtag 2018 ging nämlich voller Schwung und Begeisterung an den Start.

Zur Erinnerung, wir drei Bochumer MdLs wurden durch Leila Milouda Zakari, Lars Schilling und Tim Pöppel vertreten. Alle Drei haben sich nicht nur pudelwohl gefühlt, sich eingebracht und mitgemischt, sondern ihre Aufgaben wirklich hervorragend gemeistert. Insbesondere Leila, die ja automatisch – weil sie meine Vertreterin war – die Jugendlandtagspräsidentin wurde. Das übereinstimmende Fazit der Drei: das war eine tolle Sache und wir sind froh, dass wir die Chance hatten, dabei zu sein, hinter die Kulissen blicken zu können, und den Jugendlandtag live zu erleben.

Wer zwischen 16 und 20 Jahren jung ist und nächstes Jahr Interesse und Spaß hat, selbst einmal diese Erfahrung zu machen, kann sich bereits jetzt schon bei mir melden. Denn der nächste Jugendlandtag kommt ganz gewiss, kurz vor den Sommerferien 2019 wird es wieder soweit sein.

Neben den vielen Sitzungen – Fraktionssitzungen, Ausschusssitzungen, Arbeitskreissitzungen, Anhörungen, Ältestenratssitzungen, Besprechungen und Erarbeitungsphasen, die die Jugendlichen ordentlich gefordert haben – war der Parlamentarische Abend am Freitag, bei dem wir „echten“ Abgeordneten mit unseren Jugendlandtagsabgeordneten gemeinsam die ersten beiden Tage Revue passieren lassen konnten, das besondere Highlight, bevor es am Samstagvormittag dann zum absoluten Höhepunkt – der Plenarsitzung – ging.

Zuerst kommen gleich ein paar Bilder vom Parlamentarischen Abend, den ich unverhofft eröffnen durfte, weil der Präsident nicht da sein konnte. In diesem Jahr waren übrigens zum ersten Mal total viele Abgeordnete gekommen, und wir in der SPD haben einfach einmal mit ein paar Kollegen ein ganz „typisches“ Besuchergruppen-Foto nachgestellt. Wir auf der Besuchertreppe, so oder so ähnlich könnte man das Foto überschreiben. Ein bisschen Spaß muss eben sein, oder?

Später haben wir dann zum ersten Mal so richtig gesehen, wie viele wir – die jugendlichen Landtagsabgeordneten und ihre erwachsenen Pendants – an diesem Abend wirklich waren. Wir gingen fast nicht aufs Foto, die Fotografen mussten wirklich alles geben. Toll, dass der Jugendlandtag so beliebt ist.

Am Samstag haben die wenigen Abgeordneten, die zur Plenarsitzung gekommen sind, wahrscheinlich „Bauklötze“ gestaunt. Denn der Plenarsaal war nicht nur kontinuierlich voll besetzt, sondern die Jugendlichen haben sich – trotz aller Unterschiede in der politischen Argumentation – gut zugehört, sind teilweise in der Sache hart, aber ganz überwiegend fair miteinander umgegangen, dabei haben sie konzentriert gearbeitet und abgestimmt. Zum Teil haben sie sogar, um der Sache willen, Kompromisse über die verschiedenen Parteigrenzen hinweg gefunden. Toll!

Wir haben zudem so viele politische Talente erlebt, wie selten. Großartige rhetorische Talente, die in freier und engagierter Rede vorgetragen und geworben haben. Einige strategische Talente, die offensichtlich Freude und Spaß daran hatten, Schwachstellen und Widersprüche in den Argumentationen aufzudecken. Und das ein oder andere schauspielerische Talent war auch noch dabei.

Die Geschäftsordnung wurde herangezogen, um Geschäftsordnungsanträge zu stellen, eine Sitzungsunterbrechung zu beantragen, den Versuch zu starten, das Sitzungspräsidium aus der Ruhe zu bringen – und weil es so ein toller Jugendlandtag war – hat trotz dieser nicht vorhersehbaren Ereignisse am Ende doch alles bestens geklappt.

An dieser Stelle – neben dem Dank an alle Beteiligten hinter und vor den Kulissen – ein ganz großes Kompliment an die Sitzungsleitungen, also das Jugendlandtagspräsidium. Vor allem ein Kompliment an „meine“ Leila, die den Versuch eines Frontalangriffs auf das ganze Präsidium, den Ältestenrat  und seine Entscheidung zur Aktuellen Stunde, mit großer Souveränität und Sicherheit gemeistert hat. Bravo dafür!

Schade, dass der Jugendlandtag immer so schnell vorbei ist. Diesmal war er so interessant und spannend, und zugleich aus verschiedenen Gründen wahnsinnig aufschlussreich, dass er ruhig noch länger hätte dauern können. Bei der Verabschiedung, die ich gemeinsam mit Oliver Keymis vorgenommen habe, konnte man spüren, dass einige Jugendliche auch gerne eine „Zugabe“ oder Verlängerung gehabt hätten. Auch das ist eine großartige Bestätigung für unser Veranstaltungsformat.

Der Samstag und Sonntag dieser Woche standen dann ganz im Zeichen des 13. Deutschen Bergmanns-, Hütten- und Knappentags, der als besondere Hommage an das Ende des Steinkohlebergbaus gleich in zwei Städten stattgefunden hat. Nämlich am Samstag in Essen auf Zollverein und am Sonntag in Bochum. Auf Zollverein gab es den offiziellen Empfang, eine Bergparade, Veranstaltungen im Rahmen der Extraschicht und einen bergmännischen Großen Zapfenstreich zum Abschluss.

In Bochum fand am Sonntag bei strahlendem Sonnenschein ein wunderbarer und super gut besuchter Bergmannsgottesdienst im Anneliese Brost Musikforum Ruhr statt. Dort habe ich ein Grußwort gesprochen, das vielen Gästen offensichtlich gut gefallen hat. So waren jedenfalls die Rückmeldungen. Wer mag, kann es ja hier nachlesen.

Im Anschluss an den Gottesdienst haben mehr als 2.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine farbenfrohe und fröhliche Bergparade gestaltet, die am Deutschen Bergbau-Museum im großen Bergmanns-Familienfest endete.

Wenn am Jahresende der Steinkohlebergbau endgültig Vergangenheit sein wird, wird sich vieles verändern. Doch die Werte und Tugenden des Bergmanns, die unsere Gesellschaft geprägt haben und zusammenhalten, werden bleiben: Verlässlichkeit, Freundschaft, Zusammenhalt und Kameradschaft über alle religiösen, ethnischen, sprachlichen und herkunftsbedingten Grenzen hinweg. „Glückauf“ meint eben alle, und mit Kohlestaub im Gesicht haben auch alle gleich ausgesehen. „Glückauf“ macht keine Unterschiede. Und das ist auch gut so! Glückauf!