Ein Besuch in Siegen, eine Weltmeisterschaft in Bochum und die AWO auf Zeche – mehr dazu im Wochenbericht

Nach dem ganzen unverständlichen CSU-CDU Politik-Theater in Berlin – unglaublich (!!), vielen Ausschuss-, Arbeitskreis- und Gremiensitzungen, Parteiterminen in Bochum und einem überaus informativen Besuch im Welcome Point in Düsseldorf, stand am Freitag ein Besuch bei meiner früheren Landtagskollegin Tanja Wagener in Siegen auf dem Programm.

Nach ihrem ungewollten Ausscheiden aus dem Landtag hatten wir verabredet, dass ich auch zukünftig gerne mit ihr vor Ort, in ihrer Heimat, Einrichtungen besuchen und Gespräche führen werde. Gesagt, getan – auch wenn es jetzt doch ein Jahr gedauert hat. Mit Tanjas Hilfe habe ich das neue Marien Hospiz kennen gelernt, dabei das ehemalige Klarissenkloster und die Anlage der Eremitage besichtigt, die Tagespflege und das Demenzservicezentrum des Caritasverbandes besucht, den Palliativbereich des Marienkrankenhauses mitten in der Stadt erlebt, einen Blick in die Baustelle des Bildungsinstituts für Gesundheitsberufe in Südwestfalen werfen dürfen, um zuletzt „gute, alte Bekannte“ wiederzutreffen – nämlich die DRK Kinderklinik.

Natürlich gab es an jedem Ort nicht nur interessante und informative Gespräche, sondern auch solche, die für die politische Arbeit wichtig sind. Bestimmt wird der eine oder andere wertvolle Hinweis, den ich selbstverständlich sofort an meine fachpolitischen Kollegen weitergegeben habe, noch eine Rolle spielen. Vielleicht sogar schon nächste Woche im Plenum? Wer weiß!

Völlig anderes Thema, aber auch Freitag, diesmal in Bochum bei der Bogestra, also der Bochum-Gelsenkirchener-Straßenbahn-Gesellschaft. Eigentlich liebt Bochum ja seinen Generalmusikdirektor Steven Sloane über alles. Aber, das könnte sich – zumindest bei den Besuchern der Veranstaltung „Musik in der Werkstatt“ der Bogestra – etwas geändert haben. Mindestens aber wird er ab sofort bei diesen Musikliebhabern mit Rasmus Baumann, dem Generalmusikdirektor der „Neuen Philharmonie Westfalen“ konkurrieren müssen. Denn ausgerechnet zum Jubiläumskonzert, dem 20. Werkstatt-Konzert, hat Steven Sloane gefehlt. Ein Schelm, der etwa Böses dabei denkt. Aber so ganz verstehen kann man es dann doch nicht.

Sei es drum. Das Konzert war einfach großartig! Die „Neue Philharmonie Westfalen“ ebenfalls. Der Generalmusikdirektor machte einen entspannten und engagierten, zugleich fröhlichen und begeisterten Eindruck, viele der Musiker ebenfalls, was sich direkt auf das Publikum übertragen hat. Und das Programm – JFK meets Ghostbusters – Filmmusik, die jeder kennt in aufwändiger Klassikbesetzung, war das Beste, was die Bogestra bisher angeboten hat. Das Publikum war begeistert wie selten. Am Ende gab es sogar Standing Ovations, und das völlig zu Recht.

Zur guten Stimmung trugen bestimmt auch die zusätzlichen Überraschungen bei. Denn neben der Musik gab es noch aus StarWars die Range Troopers und Darth Vader, dazu einen Moderator, der Wissenswertes und Kurzweiliges rund um die Filme erzählen konnte, und einen Schauspieler, der uns die Geschichten der wichtigsten Filme in Kurzform und mit passender Kostümierung präsentierte. Gratulation an die Bogestra für diesen tollen und gelungenen Abend. Bitte mehr davon!

Bitte mehr davon und großartig – diese beiden Aussagen treffen zu 100 Prozent auch auf die Weltmeisterschaft im Geräteturnen und in der Rhythmischen Sportgymnastik für Menschen mit Down Syndrom zu, die am Freitag, Samstag und Sonntag bei uns in Bochum stattgefunden haben. Am Samstagnachmittag habe ich erlebt, mit welcher Freude und Begeisterung, gleichzeitig mit welch hoher Konzentration und zum Teil unglaublich guten Leistungen die jungen Frauen und Männer auf die Matten und an die Geräte gegangen sind. Jede und Jeder hat sich riesig gefreut, wenn seine Übung vorbei war und das Publikum geklatscht hat. Und wie wir geklatscht haben!

Bei der Siegerehrung – immerhin waren es Weltmeisterinnen und Weltmeister, denen ich die Medaillen überreichen durfte – hielt es das Publikum kaum noch auf den Bänken. Die italienischen Sportler hatten sogar einen richtig großen Fanblock mitgebracht und selbstverständlich wurde für „ihren“ Weltmeister die Nationalhymne nicht nur gespielt, sondern aus voller Kehle von den mitgereisten Fans gesungen. Laut und schön und – ich wiederhole mich gerne – einfach großartig! Und so ging es dann auch bei den weiteren Weltmeistern weiter.

Es war ein wunderschöner und unglaublich wichtiger Nachmittag und früher Abend. Wenn man in die strahlenden, lebensfrohen und unglaublich glücklichen Augen geblickt hat, dann relativieren sich in Sekundenschnelle unsere eigenen Probleme, politischen Auseinandersetzungen, und man erkennt, was wirklich wichtig ist in dieser Welt. Schade, dass nicht noch viel, viel mehr Menschen diese Erfahrung machen konnten.

Erfahrungen machen und teilen, Lebensfreude und gute Laune, Dankeschön sagen und Freude bereiten – so könnte man auch das Zechenfest der AWO Westliches Westfalen, der Arbeiterwohlfahrt in unserer Region, beschreiben, das am Sonntag auf Zeche – wie man früher im Ruhrgebiet sagte –  stattgefunden hat. Auf Zeche meint die Zeche Zollern in Dortmund, die völlig zu Recht auch „Schloss der Arbeit“ genannt wird. Schloss der Arbeit deshalb, weil dort ein nicht nur ein beeindruckendes Gebäudeensemble erhalten wurde, sondern alleine das Jugenstilportal der Maschinenhalle großartig ist. Von vielen anderen Details und der sehenswerten Ausstellung ganz zu schweigen. Ein paar Eindrücke von Zollern, samt einem Blick von oben, aber auch vom Zechenfest der AWO zeige ich zum Abschluss sehr gerne. Mit dem Zechenfest hat die AWO bestimmt Maßstäbe gesetzt. Da sind wir alle heute schon sehr auf das nächste Jahr gespannt. Denn dann feiert die AWO Ende August ihr 100-jähriges Bestehen, und zwar ganz groß in der Dortmunder Innenstadt.