Zu Besuch in Duisburg-Marxloh

Nicht zum ersten, aber auch nicht zum letzten Mal, besuchte Carina Gödecke Duisburg-Marxloh. Ein Stadtteil, der ihr am Herzen liegt, auch weil Marxloh als Beispiel für vielerlei Probleme im Ruhrgebiet steht und mit einem negativen Image zu kämpfen hat. Gemeinsam mit dem Wahlkreisabgeordneten Frank Börner MdL suchte sie das Gespräch mit zahlreichen Bürger/innen und zeigte sich angesichts des Engagements der vielen Menschen beeindruckt.

Zum Auftakt ging es zur Politik-AG der Herbert-Grillo-Gesamtschule. Dort berichteten die Schüler/innen von ihrem Verständnis von Demokratie und einem friedlichen Miteinander, welches durch den gegenseitigen Respekt geprägt sein solle. In einem abschließenden Gespräch diskutierten Schüler/innen, Lehrer/innen und Politiker/innen gemeinsam über mögliche Strategien junge Menschen für Demokratie und Politik zu gewinnen.

 

Nur einen Straßenzug weiter wurden Carina Gödecke und Frank Börner vom Leiter der Werkkiste e.V. in Empfang genommen. Der Verein kümmert sich um Menschen jeden Alters und jeglicher Herkunft, um ihnen den Einstieg in das Berufsleben zu erleichtern. Doch auch politische Bildung kommt in der Werkkiste nicht zur kurz. Als Teil des Projektes „Demokratie-Werkstatt“, an welchem auch die zuvor besuchte Herbert-Grillo-Gesamtschule teilnimmt, stärken Mitarbeiter/innen des gemeinnützigen Vereines die politische Weiterbildung und Förderung ihrer Besucher/innen.

Im Zuge der „Demokratie-Werkstatt“ werden wiederholt leere Leinwände im Stadtteil aufgebaut, um mit Menschen über ihre Wünsche und Hoffnungen für den Stadtteil Marxloh zu sprechen. Am Ende entstehen Plakate, auf denen die gesammelten Vorstellungen für alle sichtbar gesichert werden. In einer folgenden Projektphase soll es dann um mögliche Realisierungen gehen. Auch Carina Gödecke beteiligte sich tatkräftig.

Im Anschluss ging es wiederum, nur ein paar wenige Schritte weiter, zum nächsten Ausrufezeichen bürgerlichen Engagements in Marxloh. Der Runde Tisch Marxloh e.V. bündelt mithilfe zahlloser ehrenamtlicher Unterstützer die vorhandenen Potenziale und sorgt sich um Menschen, die anderswo übersehen oder diskriminiert werden. Mit der Gründung „Soziale Dienste GmbH“ ermöglichte man zudem die Einstellung zahlreicher Mitarbeiter/innen, die inklusiv, interkulturell sowie integrativ arbeiten.

Doch auch unangenehme Gesprächsthemen wurden nicht ausgespart. Angesichts des stetigen Problems mit „wilden Müllhalden“ und den fehlenden Ansprechmöglichkeiten gegenüber zugezogenen Mitbürger/innen aus Osteuropa wurden Möglichkeiten des gemeinsamen Handelns diskutiert, denn eines ging aus dem Gespräch hervor, solchen Herausforderungen können wir nur gemeinsam entgegentreten.

Auf besonderen Wunsch eines teilnehmenden Bürgers wurde dann die Route zum letzten offiziellen Besuchsort kurzerhand umgeleitet, um gemeinsam einige von Müllverschmutzungen betroffenen Orte zu besichtigen.

Zu guter Letzt ging es zum Petershof. Dort wurde das Team rund um Carina Gödecke und Frank Börner von Pater Oliver begrüßt. Während der eindrucksvollen Führung durch die Räumlichkeiten und der Kirche berichtete der in Mühlheim geborene Pater von den vielen kleinen und großen Herausforderungen, die es im Alltag zu bewältigen gilt. Durch das außerordentliche Engagement von ihm und seinen Mitarbeiter/innen besuchen ca. 1.000 Menschen pro Woche den Petershof und gehen laut Pater Oliver „hoffentlich ein wenig glücklicher“ nach Hause.

Am Ende eines langen Besuchstages zeigten sich alle Beteiligten tief beeindruckt vom nachhaltigen Engagement der Marxloher. Weiterhin brauchen diese außergewöhnlichen Menschen jede Unterstützung, die Politik bieten kann. Bis zum nächsten Besuch gilt es fortwährend daran zu arbeiten.