Meine Woche in Düsseldorf und Bochum – der neue Wochenbericht ist online

In der letzten Woche hat es zwei Plenartage in Nordrhein-Westfalen gegeben, die deshalb bemerkenswert waren und bleiben, weil es uns gelungen ist, mit vier Fraktionen nicht nur einen gemeinsamen Antrag mit dem Titel „In Nordrhein-Westfalen ist kein Platz für die antisemitische BDS-Bewegung“, sondern auch einen, mit dem programmatischen Titel „Demokratie braucht Demokratinnen und Demokraten! Wehrhafte Demokratie mit Leben füllen“ einzubringen, zu beraten und zu verabschieden.

Über die Plenardebatten zu diesen beiden Anträgen, aber auch ganz allgemein über die Plenartage hier, in meinem Wochenbericht zu berichten, sie zu analysieren, und dann auch zu kommentieren, würde den Rahmen etwas sprengen. Das ein oder andere konnte man bereits in den Medien lesen, oder auf der Landtagshomepage verfolgen. Deshalb nur meine Empfehlung, sich die beiden wichtigen Anträge einfach einmal anzuschauen.

Berichten will ich aber von der Veranstaltung der NRW-Stiftung, die am Donnerstagabend bei uns im Landtag stattgefunden hat. Jedes Jahr bietet die NRW-Stiftung einen Abend für Abgeordnete, ehrenamtlich Aktive der Stiftung und Multiplikatoren an, der zur Information, zum Gespräch und zur Begegnung gedacht ist. Auch diesmal gab es spannende Eindrücke über neue Projekte, die mit Hilfe und Unterstützung der NRW-Stiftung erhalten und gefördert werden. Ein Parlamentarischer Abend, der mir seit vielen Jahren sehr am Herzen liegt, so wie auch die Stiftung und ihr Engagement, und vor allem der Förderverein, in dem ich schon lange Mitglied bin.

Gemeinsam mit meinen Kollegen Andre Stinka und Christian Dahmen habe ich – für ein Foto – auf der berühmten „Roten Couch“ des Fotokünstlers Horst Wackerbarth Platz genommen. Und zuvor konnte ich mit Oliver Keymis den Abend in der Bürgerhalle des Landtags eröffnet.

Jetzt nehme ich euch mit nach Bochum. Dort habe ich als örtliche Abgeordnete und Vizepräsidentin des Landtags am Verbandstag der Wohnungswirtschaft teilgenommen und ein Grußwort gesprochen. Neben dem Oberbürgermeister Thomas Eiskirch und dem Staatssekretär Oliver Wittke aus Berlin war ich die dritte Rednerin. Da Grußworte in den seltensten Fällen aufeinander abgestimmt werden, war es ein Glück, aber kein wirklicher Zufall, dass es in unseren kurzen Reden kaum Doppelungen gab. Mit etwas Erfahrung, die ich Gott sei Dank mittlerweile ja habe, kann man sich ja vorstellen, zu welchen Aspekten die Vertreter der unterschiedlichen Ebenen – in diesem Fall Kommune und Bund – etwas sagen werden. Erfreulicherweise – für mich – habe ich mich auch nicht geirrt.

Erstaunlich war bei diesem Verbandstag allerdings, wie „frauenfrei“ die Podiumsdiskussion und die ganze Veranstaltung des VdW – zumindest auf der Bühne des RuhrCongress – waren. Hätte es die Moderatorin, Katja Leistenschneider von Radio Bochum nicht gegeben, dann wäre ich die einzige Frau geblieben. So waren wir wenigstens zu Zweit. Das war schon etwas seltsam in der heutigen Zeit.

Noch einmal RuhrCongress, also noch einmal Bochum, sogar der selbe Tag, aber diesmal am Abend und nicht Wohnungswirtschaft, sondern Sport. Genauer gesagt: Fußball.

Der VfL Bochum hat nämlich mit über 1.000 Mitgliedern seine Mitgliederversammlung ebenfalls am Dienstag im RuhrCongress durchgeführt. Es war das erste Treffen der Mitglieder nach der Ausgliederung des Profibereichs, die zu enormen Protesten geführt und die Mitglieder ein Jahr lang sehr beschäftigt hatte. Niemand wusste, ob es erneut zu heftigen Szenen kommen würde. Kam es aber nicht, vielleicht auch deshalb, weil der VfL am Sonntag zuvor 6:0 gegen Ingolstadt gewonnen hatte. Einen besonderen und berührenden Moment gab es, als Erwin Steden – früherer langjähriger Jugendleiter und Stadionsprecher – für 70 Jahre Mitgliedschaft (!!) im Verein geehrt wurde. Herzlichen Glückwunsch auch von dieser Stelle.

Der Freitag stand wieder einmal ganz im Zeichen der gemeinsamen Besuche und Treffen von Karsten Rudolph, Serdar Yüksel und mir in Bochum. Wir drei Bochumer SPD-Abgeordneten nennen das unsere „Bochum-Tage“, und diesmal waren wir nicht nur bei der Hebammenzentrale, ein relativ neues Projekt des Arbeitersamariterbundes, und bei der Bahnhofsmission Bochum, ein Angebot der Caritas, um uns über die Arbeit zu informieren, sondern auch zum Gespräch beim evangelischen Superintendenten und beim katholischen Stadtdechanten. Interessante, informative und nachdenkliche Gespräche und Begegnungen. Und vor allem haben wir jede Menge politischer Aufträge mitgenommen. Gut so!

Das Wochenende stand dann ganz im Zeichen des Seilscheibenfestes der SPD in Bochum-Gerthe und dem Jubiläum 125 Jahre SPD in Welper. Im einen Fall Grußwort, und im anderen Fall Festrede hießen die Herausforderungen an mich. Herausforderungen deshalb, weil es ja an diesem Wochenende recht viel Turbulenzen rund um die Große Koalition und die Entscheidungen im Fall Maaßen gegeben hat.

Während ich den Wochenbericht schreibe, ist nicht klar, was gerade die Kanzlerin, der Innenminister und meine Parteivorsitzende miteinander beraten, und ob sie einen Weg finden, die unterschiedlichen und sich widersprechenden Forderungen zueinander zu bringen. Vielleicht gibt es auch keine Große Koalition mehr wenn ihr diesen Wochenbericht lest. Ich halte alles für möglich.

Die letzten Bilder in meinem Bericht sind auf dem zweiten Musikfest der Bundeswehr in Düsseldorf, im ISS Dome, fotografiert. Ein musikalisches Erlebnis, das nicht alle Tage geboten wird. Und wer glaubt, dass die 800 Mitwirkenden aus sieben Nationen ausschließlich Märsche gespielt hätten, der irrt gewaltig. Hans Albers, Volkslieder, Walzer und sogar Michael Jackson waren im Repertoire.

Und der besondere Gast des Abends, John Miles mit seinem Welthit „Music“, schwebte zum Schluss sogar mit seinem Klavier ein paar Meter über dem Boden. Eine spektakuläre Inszenierung und eine grandiose Stimme, die die Halle ausfüllte. Schön war es!