Der Herbst kommt erst noch – der neuste Wochenbericht ist aber schon da!

Nun haben wir schon (wieder) Oktober und ganz allmählich kann man auch nicht mehr darüber hinwegsehen, dass der Herbst mehr als vor der Tür steht. In wenigen Wochen werden wir dann bereits mit großen Schritten auf das Jahresende zugehen. Wie schnell doch die Zeit vergeht, wenn man kein Kind mehr ist.

Doch bis es „frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr“ heißt, wird dann doch noch eine Menge Wasser den Rhein hinabfließen. Und nicht nur das. Wir im Landtag werden bis dahin natürlich den Landeshaushalt 2019 beraten und beschließen; eingebracht ist er ja bereits. Der Landtag wird sich darüber hinaus selbstverständlich mit aktuellen Ereignissen und Entscheidungen – wie zum Beispiel dem neusten Gerichtsurteil zu den bislang geplanten und genehmigten Rodungen im Hambacher Forst – beschäftigen, aber auch sehr grundsätzliche Diskussionen führen. Auf der Landtagshomepage kann man ständig im aktuellen Sachstand bleiben und sich informieren.

Sicherlich wird es zudem anlassbezogen oder anlassunabhängig Debatten und Positionierungen zur Demokratie in unserem Land geben. Auf jeden Fall schon in den kommenden drei Plenartagen, wo unter anderem ein Antrag von uns zum Themenkomplex Demokratiefördergesetz debattiert wird.

Demokratie, sie kommt nicht von alleine und sie bleibt nicht von alleine. Deshalb sollten wir alle unseren Teil dazu beitragen, dass es in unserer Gesellschaft und in unserem Land demokratisch bleibt. Gleichgültigkeit oder Geringschätzung sind nämlich die größten Feinde und Bedrohung der Demokratie. Dabei könnten wir es doch so leicht mit Winston Churchill halten, der einmal gesagt hat: „Wenn es morgens um sechs an meiner Tür läutet und ich sicher sein kann, dass es der Milchmann ist, dann weiß ich, dass ich in einer Demokratie lebe.“ Ein Spruch, über den man schon etwas länger nachdenken sollte. Oder? Denn Recht hat er ja. Und die Aufforderung an uns ist doch deutlich zu hören.

Im Landtag hat am letzten Freitag übrigens eine Fachtagung stattgefunden, bei der es indirekt auch immer wieder um die Demokratiegeschichte in Nordrhein-Westfalen seit der Landesgründung im Jahr 1946 ging. Mehr als 150 Historiker, Wissenschaftler, Museums- und Einrichtungsleiter haben sich getroffen, um uns – das Parlament in Nordrhein-Westfalen – zu den Überlegungen, ein Haus der Landesgeschichte zu errichten, zu beraten.

Das war ein langer, aber sehr interessanter Tag, mit wichtigen, zum Teil  auch sehr kontroversen Hinweisen und Beiträgen. Das Kuratorium und die Planungsgruppe „Haus der Landesgeschichte“ haben den „Rucksack“ ordentlich vollgepackt bekommen. Aber das war auch so geplant.

Demokratie, Gerechtigkeit, große Herausforderungen im 21. Jahrhundert, Freiheit, steigende Gewaltbereitschaft, Rechtsruck in Deutschland und Europa, Populisten, die falsche Antworten auf die richtigen Fragen geben, und vieles mehr haben bei der Jubilarfeier der SPD im Bochumer Osten, die am heutigen Sonntag stattgefunden hat, eine große Rolle gespielt. Die Ortsvereine in unserem Stadtbezirk sind politische Heimat von insgesamt 29 Jubilare, die in diesem Jahr auf stolze 1.065 Jahre Mitgliedschaft in der SPD zurückblicken können.

Gastredner war der Landesvorsitzende unserer Partei, Sebastian Hartmann, der gemeinsam mit der Bezirksbürgermeisterin Andrea Busche, dem SPD-Vorsitzenden in Bochum Dr. Karsten Rudolph, und den jeweiligen Ortsvereinsvorsitzenden Danke für 25, 40 und 50 Jahre Mitgliedschaft gesagt hat.

Um noch einen weiteren Moment bei Winston Churchill zu bleiben, vielleicht noch das: er hat auch einmal gesagt: „Eine gute Rede soll das Thema erschöpfen, nicht die Zuhörer.“ Dieses Motto sollte man sich zwar immer, aber insbesondere bei einem Grußwort zu Herzen nehmen. Und was soll ich sagen, gerade wenn es kein klassisches Redepult auf der Bühne gibt, läuft man kaum Gefahr die Zuhörer – in diesem Fall Pfadfinder aus Bochum und Wattenscheid – zu erschöpfen oder zu lange zu reden.

Von Freitag bis Sonntag wurde die Nordwiese an der Bochumer Jahrhunderthalle in ein großes und fröhliches Pfadfinder-Zeltlager verwandelt. Hunderte von Wölflingen, Jungpfadfindern, Pfadfindern, Rovern und Ehemaligen sowie Gäste haben sich getroffen, um gemeinsam das 50-jährige Jubiläum des Bezirks Bochum und Wattenscheid der St-Georg Pfadfinderschaft zu feiern.

Als Bochumerin, Freundin der Pfadfinder, und natürlich stellvertretend für den Landtag, habe ich ein Grußwort gehalten. Kurz, knapp, fröhlich und voller Dankbarkeit für die gute Zusammenarbeit zwischen dem Landtag und den Pfadfindern. Immerhin bringen sie uns Jahr für Jahr kurz vor Weihnachten das Friedenslicht aus Bethlehem in den Landtag. Und spätestens dann wird uns Politikern überdeutlich vor Augen geführt, was Kinder und Jugendliche von uns erwarten. Nämlich eine Welt, in der es friedvoll und friedlich zugeht, in der einer auf den anderen achtet, in der Niemand Hunger leiden muss und in der Solidarität und Gemeinschaft groß geschrieben werden. Neben mir hat auch der Bochumer Stadtdechant Michael Kemper in ähnlicher Weise seinen Gruß an die Pfadfinder formuliert. Herzlichen Glückwunsch an den DPSG Bezirk Bochum und Wattenscheid für die 50 Jahre, vielen Dank und „gut Pfad“.

Ein herzliches Dankeschön, verbunden mit vielen guten Wünschen, geht  in meinem Wochenbericht auch an Manfred Baasner, den Vater der Wattenscheider und Bochumer Tafel, der sich ganz besonders um die Kindertafel und damit um die Linderung von kindlicher Armut verdient gemacht hat und macht. Am Tag der Deutschen Einheit, also am 3. Oktober, hat er seinen 75. Geburtstag gefeiert und das im Kreis einer von ihm ausgewählten Gästeschar. Dabei sein zu dürfen, kann man daher durchaus als Auszeichnung und Wertschätzung verstehen.

Wer Manfred Baasner kennt, der weiß, auch wenn er an einem solchen Tag „nur“ seine Freunde und guten Bekannten treffen wollte, hat er natürlich die Chance ergriffen und gleichzeitig noch einmal auf das Thema „Armut in einem so reichen Land wie Deutschland“ aufmerksam gemacht. Und die wenigen Politiker unter seinen Gästen fühlten sich allesamt angesprochen.

Zum Schluss, und weil es in der Bochumer Zeitung auch schon zu lesen war, ein paar wenige Fotos und Eindrücke vom letzten Wochenende auf Mallorca, wo ich für drei Tage gemeinsam mit der SPD-Bezirksfraktion Bochum Ost war. Bevor jemand nachfragt: wir alle haben diese Kurzreise natürlich selbst bezahlt.

Neben vielen städtebaulichen Eindrücken haben wir uns vor allem in der Markthalle in Palma umgeschaut, um uns über die Philosophie und die Wirtschaftlichkeit der Markthalle informieren zu lassen. Natürlich ist Bochum nicht Palma de Mallorca, keine Frage. Aber eine Markthalle bekommen wir auch, und zwar mitten in der Innenstadt. Deshalb ist es gut, sich viele verschiedene Markthallenkonzepte anzuschauen und daraus zu lernen.

Unser politischer Delegationsbesuch hat es – man höre und staune – sogar ins Inselradio und Inselfernsehen geschafft. Bezirksbürgermeisterin Andrea Busche war eine begehrte Gesprächspartnerin, wie man auf den Fotos aus der Markthalle sehen kann.