Volkstrauertag, Ehrenamtsfeier, Plenarsitzung – und der neue Wochenbericht

Der November ist ein Monat der Widersprüche, des Gedenkens und Erinnerns, der Freude und des Spaßes, der Dankbarkeit und der Erschütterung, und ein Monat der ganz unterschiedlichen Emotionen. So ähnlich habe ich meine Rede zum Volkstrauertag am Samstag – bei der zentralen Landesveranstaltung in Gelsenkirchen – begonnen. Übrigens eine der Veranstaltungen, die noch lange nachklingen wird, weil sie beeindruckend und aufwühlend war. Meine eigene Rede, so haben mir ein paar Besucher der Gedenkveranstaltung mitgeteilt, hat offensichtlich auch dazu beigetragen. Wer mag, kann sie hier gerne nachlesen. Aber wirklich berührend und Hoffnung gebend waren die Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Berger Feld und des Berufskollegs für Technik und Gestaltung, weil sie sich intensiv mit der Botschaft und dem, was uns der Volkstrauertag 100 Jahre nach Ende des Ersten Weltkriegs zu sagen hat, auseinander gesetzt haben. Ganz großartig!

Der November, ein dunkler, ein gedenkender, aber auch ein Freude und Hoffnung bringender Monat, der uns – gerade in seiner Unterschiedlichkeit – zum Handeln mahnt.

Eigentlich könnte ich heute ja ganz viel berichten. Von den spannenden, interessanten, aufschlussreichen Plenartagen und den dort geführten Debatten zum Gerichtsurteil Dieselfahrverbote, Abschaffung der Stichwahl, oder zur Problematik der Shisha-Bars. Ich könnte schreiben über die Ausstellungseröffnung zu den Programmen Leader und Vital.NRW, oder darüber, dass dem Landtag – besser gesagt dem Vorsitzenden des Petitionsausschusses, meinem Bochumer Kollegen und Freund, Serdar Yüksel und mir – eine Online-Petition zur Abschaffung der Beiträge für Kindertagesstätten, mit sage und schreibe mehr als 55.600 Unterschriften übergeben wurde. Eine fantastische Aktion eines Duisburger Vaters, der das gefordert hat, was Tausende von Eltern in unserem Land betrifft und belastet. Ein wirklich beeindruckendes Engagement. Sogar Sat 1 hat darüber berichtet.

Selbstverständlich sollte ich über die Festveranstaltung „100 Jahre Ende Erster Weltkrieg“ schreiben, die mit pointierten Reden, großartiger Musik und beeindruckender Wort-Performance – auf dem einen Foto übrigens ist der blinde Wortkünstler Vincent Bijlo, und auf dem anderen die Konrad Koselleck Band mit der Sängerin Ellen ten Damme zu sehen – zu den besonderen Veranstaltungen bei uns im Landtag zählen wird. Oder ich berichte von der Ausstellungseröffnung „14/18 Mitten in Europa“, zusammengestellt vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, an der nicht nur der Vizepräsident Oliver Keymis und meine liebe Kollegin Elisabeth Müller-Witt teilgenommen haben, sondern auch die Französische Botschafterin Anne-Marie Descotes.

Natürlich könnte ich auch über die Ehrenamtsfeier 2018 des Fußball- und Leichtathletik-Verbands Westfalen (FLVW) Kreis Bochum berichten, die unter dem Motto „Dank dem Ehrenamt“ stattgefunden hat und bei der verdienten Ehrenamtlern gedankt wurde. Wie fast immer in den letzten Jahren war ich dabei und durfte bei den Ehrungen die Ehrennadeln anstecken.

Oder ich schreibe über die Verabschiedung der Leitenden Staatsanwältin in Bochum, Frau Petra Berger-Zehnpfund, mit der ich einige Jahre im Kreis der Bochumer Führungsfrauen zusammengearbeitet habe, über die Gründung des Vereins „Lobby für Demokratie“, die am Montagabend mit mehr als 140 Menschen in Düsseldorf stattgefunden und einen ungeplant turbulenten Verlauf genommen hat. Und nicht vergessen will ich den sehr intensiven und informativen Meinungsaustausch mit Herrn Maciej Popowski, dem Stellvertretenden Generaldirektor der Generaldirektion für Europäische Nachbarschaftspolitik und Beitrittsverhandlungen aus Brüssel, mit dem wir – die Parlamentariergruppe NRW-Türkei – über den im Sommer veröffentlichten Fortschrittsbericht der Europäischen Kommission zum Stand des Türkei-Beitrittsverfahrens gesprochen haben.

Nein, über all das will ich gar nicht ausführlicher berichten. Denn heute – am Volkstrauertag – werde ich gleich die zentrale Bochumer Gedenkfeier besuchen, die in der Goetheschule Bochum stattfindet, und mit Schülerinnen und Schülern Bochumer Schulen vorbereitet wurde und gestaltet wird. Und anschließend werde ich, weil die Gedenktage mit Nachdenklichkeit und Emotionalität ganz nah bei völlig anderen Veranstaltungen liegen, mit Heinz-Martin die  Movie Trip Show, ein besonderes Musik- und Showereignis von Oliver Bartkowski und seinem musikalischen Kollegen Bergmann in Bochum, im Anneliese Brost Musikforum besuchen.

Deshalb „nur“ ein kurzer Bericht, mit einigen Bildern und dem Wunsch, dass ihr alle den Volkstrauertag, aber auch die Gedenktage zur Reichspogromnacht und zum Ende des Ersten Weltkriegs in ihrer aktuellen, ihrer hochaktuellen Botschaft – nicht nur für Frieden und Freiheit, sondern auch für Demokratie, gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Stärke und Kraft der europäischen Einigung und des Europäischen Zusammenhalts – spürt und an euch ranlasst. Es geht nämlich um viel. Und wir tragen Verantwortung dafür.