„Viel Engagement im Sinne unserer Gemeinschaft“ – Von der Suppenküche bis zur ev. Stiftung Overdyck beim Bochum-Tag mit Carina Gödecke, Karsten Rudolph und Serdar Yüksel

Am letzten Freitag war es wieder einmal so weit, die drei Bochumer SPD-Landtagsabgeordneten – Carina Gödecke, Dr. Karsten Rudolph und Serdar Yüksel – haben gemeinsam besonders eindrucksvolle und wichtige Institutionen unserer Stadt besucht. Als erste Station bei diesem Bochum-Tag stand die „Suppenküche e.V.“ auf der Tagesordnung. Mehrfach innerhalb Bochums umgezogen, hat sie nun seit Herbst letzten Jahres, gemeinsam mit der „Aufsuchenden Medizinischen Hilfe für Wohnungslose“ und der Notschlafstelle, ihre Heimat in unmittelbarer Nähe des Vonovia Ruhestadions, also als Nachbarn des VfL Bochum, gefunden. Eine Nachbarschaft, die in der kommenden Fußballsaison auch zu einer Kooperation im ehrenamtlichen Engagement führen wird.

Herr Schulz, Vorsitzender und Mitbegründer der Suppenküche, berichtete eindrucksvoll über die wachsenden Herausforderungen und die steigende Notwendigkeit, auch in Bochum das Mittagsangebot für alle Gäste, die in die Suppenküche kommen, aufrecht zu halten. Willkommen geheißen und versorgt werden übrigens alle Gäste, eine Überprüfung der Bedürftigkeit wird nicht durchgeführt. Auch wenn die Spendenbereitschaft und Akzeptanz der Bochumer Bevölkerung groß ist, neue freiwillige Helfer und Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren wollen, sind stets und herzlich willkommen. Kontakt: bochumer.suppenkueche@nullt-online.de

Nächste Station, im selben Gebäude und als Angebot für eine ähnliche Zielgruppe, war dann die „Aufsuchende Medizinische Hilfe für Wohnungslose Bochumer e.V.“ An insgesamt drei Tagen in der Woche bieten Ärzte ehrenamtlich offene Sprechstunden an. Herausforderungen bestehen zum einen darin, Menschen, die eine medizinische Versorgung benötigen zu einem Besuch zu ermutigen, und zum anderen in der nachhaltigen Versorgung von Patienten. Natürlich kein Gespräch mit Politikern, bei dem nicht auch die politischen Handlungsnotwendigkeiten und die Schwächen oder sogar Defizite im Gesundheitssystem thematisiert würden.

In der Notschlafstätten für Wohnungslose der Diakonie Bochum konnten die Abgeordneten die neu eingerichteten Räumlichkeiten besichtigen, und zeigten sich von der durchdachten Konzeption überaus beeindruckt. Relativ einmalig in NRW, vielleicht sogar in ganz Deutschland, ist, dass in Bochum ein neues Gebäude, mit einem gesonderten Bereich für Frauen errichtet, wurde. Schon die Tatsache des Neubaus ist etwas Besonderes. Und der abgegrenzte Trakt für wohnungslose Frauen ist angesichts der alarmierenden Entwicklung, dass Frauen unter einem höheren Armutsrisiko leiden, mehr als folgerichtig.

Weiter ging es für die drei Abgeordneten zum „Paritätischen Wohlfahrtsverband“ Bochum. Der ehrenamtliche Vorstand und der Geschäftsführer hatten eine lange Liste von Punkten vorbereitet, die mit den Landtagsabgeordneten erörtert werden sollten. Punkte waren unter anderem der Mangel an Fachpflegekräften und die daraus resultierenden Folgerisiken, das Kinderbildungsgesetz, die Situation von älteren Menschen in unserer Stadt, die Situation der Betreuungsvereine und manches mehr. Die Liste war so lang, dass nicht nur ein erneutes, sondern gleich regelmäßige Treffen verabredet wurden.

Abgerundet wurde der eindrucksvolle Tag in einer Einrichtung der „Evangelischen Stiftung Overdyck“, die Kindern Schutz und Unterbringung bietet. Mit Frau Hiller, der Leiterin der Stiftung, wurden verschiedene Maßnahmen der Jugendhilfe, Stichwort Inobhutnahme und Unterbringungen von Kindern und Jugendlichen unterschiedlichsten Alters, vorgestellt und diskutiert. Bei der realistischen und anschaulichen Darstellung des Alltags dieser Aufgaben in der Jugendhilfe, wurde sehr schnell deutlich, dass die Gefährdung des Kindeswohls zwar stets und immer der Maßstab des Handelns ist, dass aber zugleich die individuelle und konkrete Situation in den Blick genommen werden muss. Deshalb kann es keine standardisierten Kriterien geben. Deshalb braucht man auch unterschiedliche Einrichtungen und Hilfemöglichkeiten.

Dieser Bochum-Tag hat viel Nachdenklichkeit, zugleich auch Respekt und Dankbarkeit für das große ehrenamtliche Engagement in Bochum erzeugt. Und natürlich wurden konkrete Aufgaben und auch politischer Änderungsbedarf mitgenommen. Genau das, was Ziel und Zweck der Bochum-Tage ist: politische Entscheidungen überprüfen, Handlungsbedarf erkennen und Kontakte pflegen. Danke an alle Gesprächspartner und Ehrenamtlichen des letzten Bochum-Tages.