Gödecke, Yüksel, Rudolph: Bochumer Schlachthof muss Mitarbeiter schützen

Im Kreis Coesfeld ist die Firma Westfleisch aufgrund katastrophaler Arbeits- und Wohnbedingen der Werkvertragsarbeiter zum Corona-Infektionsherd geworden. Daher richtet sich nun auch in Bochum verstärkt die Aufmerksamkeit auf die Situation im Schlachthof an der Freudenbergstraße. Hier gibt es mit 27 Corona-infizierten Arbeitern ebenfalls eine erhebliche Ballung, die problematische Zustände nahelegt. Dazu erklären die Bochumer SPD-Landtagsabgeordneten Carina Gödecke, Serdar Yüksel und Prof. Dr. Karsten Rudolph:

„Die katastrophalen Arbeitsbedingungen für Werkvertragsarbeiter in der Fleischindustrie sind seit Jahren bekannt. Die SPD hat immer wieder gefordert, die Arbeitgeber gesetzlich in die Pflicht zu nehmen. So auch im Landtag NRW während der dieswöchigen Sitzung des Arbeits- und Gesundheitsausschusses. Die CDU hat bisher auf allen Ebenen blockiert. Nun werden auch in Bochum die Folgen dieser Politik unter dem Brennglas der Corona-Pandemie sichtbar.

Mangelnde Hygiene- und Sicherheitsstandards, Missbrauch von Werkverträgen und unwürdige Unterkünfte müssen ein Ende haben. Menschen sind wichtiger als Profit. Auch den Bochumer Schlachthof fordern wir daher auf, Verantwortung zu übernehmen und seine Arbeiter wirkungsvoll zu schützen.

Die Landesregierung muss zur Eindämmung der Pandemie außerdem städtische Kontrollen von Gebäuden und Wohnungen ermöglichen. Mittelfristig müssen aber die Schlachthöfe haftbar gemacht werden, nicht die Arbeiter. Es muss eine Nachunternehmerhaftung geben, wie sie die Bundesregierung schon in der Paketbranche umgesetzt hat. Die Schlachthöfe sind dann für ihre Arbeiter verantwortlich und können die Haftung nicht wie derzeit möglich auf Subunternehmer abwälzen.“